Michael nimmt an einem Online Audio Chat teil und beantwortet die Fragen von Fans, die ihm über das Telefon von Moderator Anthony DeCurtis gestellt werden. |
| Online Audio-Chat (26. Oktober 2001) |
Anthony: Hallo Ladies und Gentlemen, hier ist Anthony DeCurtis. Sie sind hier bei Getmu-sic.com und wir haben hier heute ein ganz besonderes Ereignis. Der King of Pop, einer der großartigsten Künstler in der Geschichte der Populärmusik, Michael Jackson, wird bei uns sein. Am 30. Oktober erscheint sein neues Album, Invisible [Fehler seitens des Moderators]. Sie können es sich auf Michaeljackson.com ansehen und es bei Getmusic.com vorbestellen. Michael, es ist mir eine Freude, mit dir zu reden.
Michael: Mir ist es eine Freude, mit dir zu reden.
Anthony: Erzähl uns ein bisschen von dem neuen Album. Es ist seit sechs Jahren deine erste neue Platte. Ähm, bist du immer noch aufgeregt, wenn du was Neues herausbringst? Offensichtlich hast du so viel in den letzten Jahren vollbracht. Du weißt schon, denkst du immer noch, „Wow, ich frage mich, was die Leute denken werden“, oder, weißt du, fühlst du diese ganze Art der Vorfreude?
Michael: So ziemlich beides parallel, ähm, weißt du… Es ist ähnlich dem Reifeprozess einer, ähm, Geburt. Weißt du, es ist eine… Weißt du, es ist wie Kinder zu haben, sie großzuziehen und sie hinaus in die Welt zu lassen, und wenn sie einmal draußen in der Welt sind, sind sie auf sich allein gestellt. Also ist das… es ist sehr aufregend. Ich meine, du gewöhnst dich nie daran, niemals. Es ist, ähm, ein unglaublicher Prozess. Aber du legst es in Gottes Hände, genau wie du es tust, wenn du ein Kind hast.
Anthony: Absolut. Da kommen schon die Fragen von deinen Fans über das Internet rein. Wir haben hier Electric Eyes, männlich. Er schreibt: „Michael, du bist meiner Ansicht nach der großartigste Künstler aller Zeiten. Der wahre King des Pop, Rock und Soul.“ Und er will wissen: „Was ist dein Lieblingssong auf dem neuen Album?“
Michael: Mein Lieblingssong auf dem neuen Album. Kann ich zwei auswählen?
Anthony: Ähm, yeah, ich denke schon. Ich schätze, du kannst generell tun was immer du möchtest.
Michael: Ähm, das wären wohl wahrscheinlich ‚Unbreakable’… Ich werde drei auswählen. ‚Unbreakable’, ‚Speechless’ und ‚The Lost Children’.
Anthony: Erzähl uns was über ein paar dieser Songs. Du weißt schon, wie die Arbeit war… Ich meine, gab es spezielle Gäste oder hast du mit neuen Produzenten gearbeitet, oder wie du sie geschrieben hast. Weißt du, etwas, dass uns einen Vorgeschmack gibt.
Michael: Nun, der Prozess des Songschreibens ist etwas, das sehr schwierig zu erklären ist, weil er sehr spirituell ist. Es ist, ähm… Es liegt wirklich in Gottes Händen, und es ist, als wäre es bereits geschrieben worden – das ist die volle Wahrheit. Es ist, als wäre es bereits in seiner Vollendung geschrieben worden bevor wir geboren worden sind und du bist wirklich einfach nur die Quelle, durch die diese Songs kommen. Wirklich. Denn da gibt’s… sie fallen dir in ihrer Vollständigkeit regelrecht in den Schoß. Du musst nicht wirklich darüber nachdenken. Und ich fühle mich manchmal schuldig, dass ich meine Namen unter diese Songs setze, die ich - - ich schreibe sie natürlich – ich komponiere sie, ich schreibe sie, ich übernehme die Vertonung, kümmere mich um die Lyrics, mache die Melodien, aber es ist dennoch… es ist… ein Werk Gottes.
Anthony: Samantha aus Kanada hat uns gerade eine Frage geschickt. Sie möchte gerne wissen: „Wie würdest du den Sound von ‚Invincible’ beschreiben und hast du auch irgendwelche anderen Genres auf das Album genommen“?
Michael: Nun, der Sound ist… Akustisch gesehen versuchen wir schon immer sicherzustellen, dass wir, weißt du, makellos in allen Einzelheiten sind, ähm, du weißt schon, den besten Sound, die besten Toningenieure, die besten Techniker die es gibt. Und natürlich versuche ich das Album zu einer Mischung aus einfach wundervollen Melodien jeden Stiles zu machen. Denn ich glaube nicht an die Stilisierung oder Brandmarkung irgendeiner Art von Musik. Ich denke, ein großer Künstler sollte in der Lage sein, einfach jeden Stil, jede Form, alles… zu kreieren, alles, von Rock zu Pop, zu Folk, zu Gospel, zu Spirituellem bis hin zu einfach, ein-fach wundervoller Musik, die alle, ähm, jeder mitsingen kann, angefangen beim Irischer Far-mer bis hin zu der Lady, die in Harlem Toiletten putzt. Die wichtigste Sache ist, dass du sie [die Musik] pfeifen und summen kannst.
Anthony: Also, während du arbeitest, findest du da… bist du da in einem Modus, in dem du gerne auch viel andere Musik anhörst, oder Radio hörst und ein paar CDs auswählst. Oder ist es, wenn du arbeitest, eher so, dass du alles ausgrenzt und dich, du weißt schon, nur intensiv auf das konzentrierst, was du tust?
Michael: Ich bin ziemlich… Ich weiß immer, was im Radio und in den Clubs abgeht, was sich die Leute anhören. Selbst wenn die Leute auch glauben mögen, dass ich auf Neverland lebe – mental gesehen bin ich die ganze Zeit über in Never, Neverland – bin ich doch immer auf dem Laufenden. Ich weiß immer, was in der Musikwelt abgeht, die ganze Zeit über. Nicht nur in Amerika, sondern international. Weißt du, überall auf der Welt. Und, ähm, aber wenn ich ar-beite, dann bin ich nicht… ich lasse mich nicht… Ich glaube nicht, dass ich groß von der heu-tigen Musik beeinflusst bin. Ähm, ich kreiere vielmehr das, was ich in meinem Herzen habe. Sehr ursprünglich. Ich versuche, so ursprünglich wie möglich zu sein. Ich sage nicht, „Okay, ich werde diesen großartigen R & B Song machen, einen großartigen Pop [Song]…“ Ich will einfach nur einen großartigen Song machen.
Anthony: So als wenn der Song seine eigene Gestalt annimmt.
Michael: Yeah. Ja.
Anthony: Nun, ähm, Amber hier im Internet schenkt dir eine Menge Liebe und fragt sich ob, ähm, es für dich spaßig war, das… das ‚You Rock My World’-Video zu machen.
Michael: Ja, das hat sehr viel Spaß gemacht. Ähm, es war… Wir waren die ganze Nacht wach, was echt hart war [kichert]. Wir, ähm, es war witzig, den Song am Drehort aus richtig guten Lautsprechern zu hören. Das ist etwas, was ich sehr gerne mache, die Musik richtig laut hören. Denn ich mag es, Musik laut zu spielen. Ich meine, es ist, ähm… Wenn du etwas über das Internet hörst oder aus kleinen Boxen, dann hat das nicht dieselbe Wirkung. Deswegen musst du es kaufen. Du musst diese CD kaufen, um ihre Wirkung wirklich hören zu können. Das macht einen riesigen Unterschied aus. Einen riesigen Unterschied. Da gibt’s keinen Ver-gleich. Die CD zu kaufen, ist die beste Sache. [Unterbrechung durch die (Telefon-)Zentrale] … Du kannst all diese [verschiedenen] Klänge auf einer kleinen Anlage gar nicht hören.
Anthony: Und also wenn du, ähm… Also wenn du da draußen am Video-Drehort bist, ähm, dann kannst du die Musik einfach so laut stellen, wie du willst?
Michael: So laut ich will.
Anthony: Sehr gut [lacht]. Nun, wir haben hier Michael Mathew aus Kanada. Er sagt: „Ich habe gerade ‚Ghosts’ auf MTV gesehen. Wie immer, du bist unglaublich, Michael. Gibt es irgendwelche Pläne, ‚Ghosts’ als DVD in Amerika zu veröffentlichen“?
Michael: Ja, [‚Ghosts’] wird in Amerika vollständig als DVD erscheinen, und etwas vom Making of ‚Ghosts’. Und das war für mich eine der großartigsten Sachen, die ich je gemacht habe, denn es war seit langer Zeit ein Traum von mir etwas zu machen, das, du weißt schon, beängstigend und zugleich komisch ist, und, ähm, es enthält alle diese Elemente, einfach witzig. Denn ich will den Menschen nicht so Angst machen, dass sie Angst haben, schlafen zu gehen. Ich will da auch einen kleinen Teil Humor dabei haben. Und in diesem Lachen ist da eine Träne, weißt du? Es ist witzig, weißt du. Diese Geister, sie waren nicht wirklich beängstigend, sie waren witzig. Sie liefen an der Zimmerdecke entlang. Kleine Kinder lachten über sie. Sie waren spaßig. Weißt du, wir wollen niemanden verschrecken. Aber wir haben diesen fetten Mann, diesen Bürgermeister, seinem Urteil zugeführt, weil er in mein Haus kam, einem privaten Anwesen, und mich verurteilte. Du weißt schon.
Anthony: Absolut. Wir haben hier Cloudlee2000, der sich fragt: „Warum hast du das Album ‚Invincible’ genannt“?
Michael: Nun, ‚invincbile’ (unbesiegbar) ist schon ein… ich denke, es ist ein passender Name. So heißt einer der Songs auf dem Album und ich bin Künstler seit… ähm, nicht um mir jetzt selbst auf den Rücken zu klopfen, aber das Guinness Buch der Weltrekorde hat mich gerade aufgenommen, ähm, noch mal aufgenommen, als den Künstler, der die längste Karriere vorzuweisen hat, denn seit ich ein kleines, kleines Kind war, bis heute, habe ich immer noch Nummer Eins-Platten, und, ähm, ich bin so stolz und geehrt, dass ich vom Himmel oder von was oder wem auch immer, dazu auserwählt wurde, unbesiegbar zu sein, und einfach immer weiter zu wachsen und, weißt du… den Menschen zu dienen. Es dient den Menschen mit wundervoller Unterhaltung.
Anthony: Also, eine der, du weißt schon, in einer Art konventionellen Weisheiten in der Musikindustrie ist, weißt du, dass ein Publikum heute nicht mehr seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Zeitspanne legt, weißt du. Wenn ein Künstler zu lange pausiert, dann wandert das Publikum zu jemand anders ab. War dies eine deiner Sorgen bei der Veröffentlichung von ‚Invincible’ und weil die Arbeit daran eine Weile dauerte, oder bist du, ähm, bist du überzeugt, dass deine Fan-Basis immer noch da ist und so stark wie immer sein wird?
Michael: Ich bin… ich bin… Nein, die Antwort auf deine Frage ist, dass ich mir darüber noch kein einziges Mal Sorgen gemacht habe und ich habe nie darüber nachgedacht. Denn was ich schon immer wusste ist, wenn die Musik wirklich großartig ist, oder ein Film wirklich großartig ist, dann wollen die Leute ihn sehen oder hören. Egal, wer du bist, wie lange du weg warst oder was auch immer die Situation ist. Weißt du, Großartigkeit ist Großartigkeit, und wenn du wirklich einen großartigen Job machst, dann wollen die Leute das hören. Oder sie wollen es sehen. Weißt du, es macht überhaupt nicht aus. Wirklich gar nichts. Solange du ein Innovator und ein Pionier bist, weißt du. Und das ist die wichtigste Sache. Gib ihnen, was sie hören wollen.
Anthony: Also, Slimslady420 U.S. schickt uns eine Frage: „Zu welchem Song auf ‚Invincible’ hast du einen ganz besonderen Bezug“?
Michael: Ähmmm, ‚Unbreakable’.
Anthony: Erzähl ein bisschen von dem Song. Du hast ihn jetzt schon ein paar Mal erwähnt, ich bin jetzt wirklich neugierig geworden. Kannst du… Was kannst du uns darüber erzählen?
Michael: Weil, ähm, ich bin wahrscheinlich einer der weniger Leute im Showbusiness die durch die Hochs und Tiefs von so, du weißt schon, von so vielen unterschiedlichen Dingen gegangen sind. Ähm, ich bin durch die Hölle und zurück gegangen. Ich habe, um ehrlich zu sein, und ähm, ich bin immer noch in der Lage zu tun, was ich tun will und nichts kann mich aufhalten. Niemand kann mich aufhalten, egal womit. Ich höre auf, wenn ich bereit bin, aufzuhören. Du weißt schon, und ähm, ich sage damit nur, weißt du, dass ich auch weiterhin nach vorne sehen werde, egal was passiert.
Anthony: Nun haben wir hier Warful. „Arbeitest oder planst du an weiteren Kurzfilmen für ‚Invincible’, insbesondere für die wirklich schnellen Songs, wie ‚2000 Watts’, ‚Heartbreaker’, ‚Unbreakable’ und ‚Invincible’“?
Michael: Absolut, und sie sagte… Wer auch immer es sagte, benutzt das mit „Kurzfilm“ das richtige Wort. Und, ähm, genau das wollen wir aus ihnen machen, Kurzfilme: Einen Anfang, eine Mitte und ein Ende einer Geschichte. Ähm, um das Medium auf einer neues Level zu bringen, aber absolut. Das ist wie die Reihe einer Enzyklopädie an einfach großartigen Kurzfilmen auf diesem Album. Es ist sehr aufregend. Ich kann es kaum abwarten, ‚Threatened’ zu machen. Der ist schon gruselig, mit Rod Serling von der Twilight Zone. Ich kann’s kaum abwarten damit anzufangen.
Anthony: Wir haben hier eine Frage von Nepolian3, der sagt, dass sein richtiger Name George ist, und er schreibt: „Michael, ich denke dies ist dein bündigstes und eindrucksvollstes Album seit ‚Thriller’. Oder, wirklich, ‚Off The Wall’. Was sind die Momente, an die du dich am liebsten während der Aufnahmen der Songs für dieses Album erinnerst“?
Michael: Die denkwürdigsten Momente waren, es war… von allen meinen Alben, war das hier das härteste, würde ich sagen. Denn ich war am härtesten zu mir selbst. Ähm, ich habe so viele Songs geschrieben, ich will keine Zahl nennen, aber einfach um… ähm… wie viele Songs sind da drauf, 16? Einfach um an diese 16 zu kommen, von denen ich denke, dass sie akzeptabel sind. Und, ähm, es ist das Album wo… Bei den anderen Alben hatte ich noch kei-ne Kinder, also ich habe mir eine Menge Erkältungen eingefangen; ich war oft krank. Weil meine Kinder [Unterbrechung seitens der Zentrale]. Also mussten wir aufhören und wieder anfangen, und aufhören und anfangen und… andauernd. Aber ich habe es sehr, sehr genossen.
Anthony: Also, wenn du dich selbst als hart im Nehmen während des Aufnahmeprozesses beschreibst. Wie geht das, du weißt schon… wie läuft dieser Prozess ab. Wenn du denkst, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte oder du vielleicht weißt, dass du es besser könntest, oder vielleicht etwas in eine neue Richtung lenken möchtest. Du weißt schon, wie läuft das ab?
Michael: Wenn ich dir das ehrlich sage, weiß ich nicht, ob die Fans mich noch mögen [kichert]. Ich hatte Musiker, die wirklich wütend auf mich wurden weil ich sie etwas wortwörtlich mehrere Hundert bis Tausend Male wiederholen ließ, bis es so war, wie ich es wollte. Ähm, aber dann danach, dann rufen sie mich an und entschuldigen sich und sagen, „du hattest absolut Recht. Ich habe noch nie besser gespielt, ich habe besser gearbeitet, ich habe mich selbst übertroffen“, das sagen sie dann. Und ich sage, „Genauso sollte es sein, denn du musst dich selbst unsterblich machen. Das hier ist für die Ewigkeit. Es ist eine Zeitkapsel.“ Es ist wie Michelangelos Arbeit. Weißt du, es ist wie die Sixtinische Kapelle, sie ist da für die Ewigkeit. Alles was wir tun sollte das sein, weißt du?
Anthony: Zu versuchen, es zu dem bestmöglichen Standard zu machen, den es gibt.
Michael: Absolut.
Anthony: Nun, Sweetpea4286 fragt sich: „Gibt es irgendwelche Überraschungen auf dem neuen Album?“
Michael: Irgendwelche Überraschungen? Junge. Ich denke, es ist, was es ist, und du kannst es interpretieren, wie du willst. Ähm, aber, ähm, das ist alles, was ich darüber sagen kann. Anders als einige… wir werden irgendwann ein paar Überraschungs-CD-Singles veröffentlichen – so etwas in der Art, yeah. Aber in der Zukunft. Das kommt noch.
Anthony: Sehr gut. Ich wollte dich fragen, nur was… was Auftritte angeht… und vor Kurzem hast du ein paar Shows gemacht, ein paar im Madison Square Garden und eine im RFK Stadion, ein Benefiz-Konzert, und weißt du, offensichtlich, du weißt schon, du… Live-Auftritte waren eine der Sache, die dich während deiner Karriere auszeichneten. Du warst jetzt eine Weile nicht mehr auf der Bühne. Ich frage mich, ob du uns ein bisschen davon erzählen könntest, wie es war, wieder vor einem Publikum zu stehen und, du weißt schon, wieder die Mög-lichkeit zu haben, aufzutreten.
Michael: Es war, ähm, das ist schwer zu erklären. Es war ziemlich aufregend das Publikum zu fühlen und es zu sehen und so warm von ihnen akzeptiert zu werden. Ähm, es ist einfach ein unglaubliches Gefühl. Das ist es wirklich. Sie sind da, um dich zu unterstützen, und sie lieben dich, und wollen ihre Lieblingssongs hören und du stehst einfach da, und sie schenken dir einfach so viel Bewunderung und Liebe, und die Stimmung ist einfach voller Liebe; es ist wundervoll. Es ist sehr emotional. Es, ähm, rührt mich zu Tränen. Es ist wundervoll.
Anthony: Ich erinnere mich, dass du in deinem Buch beschrieben hast, dass du dich auf der Bühne am lebendigsten fühlst, dass dies die Momente sind, die, du weißt schon, die wirklich das Ganze – die dich am meisten vorwärts bringen.
Michael: So ist es. Nicht auf der Bühne zu sein, ist schwierig für mich. Ähm, wenn ich auf der Bühne bin… entweder schreibe ich Musik oder Gedichte, und auf der Bühne zu sein, und Cartoons anzusehen sind meine absoluten Lieblingsdinge auf der ganzen Welt. Ähm, das macht mich lebendig. Das inspiriert mich zu tun, was ich tue, weißt du?
Anthony: Exzellent. Wir haben hier eine Frage von jemandem, der sich selbst The best Dancer in the world [Der beste Tänzer auf der Welt] nennt. Nun, was das angeht, ähm, bin ich mir nicht so sicher, das müssen wir erst einmal testen. Aber wie auch immer, The best dancer in the world möchte wissen: „Michaeljackson.com sagte, dass JayZ mit dir auf dem neuen Album wäre. Ist das wahr“?
Michael: Nein, aber wir sprechen darüber in Zukunft was zusammen zu machen.
Anthony: Ist JayZ ein Künstler, dessen Arbeit du magst, ist er… ähm, als eine Person, gast du Zeit mit ihm verbracht? Wie ist dein Eindruck über ihn?
Michael: Ich denke, er ist exzellent. Er hat unglaubliche Rhythmen, Counter-Rhythmen. Und er ist einfach einer der neueren gegenwärtigen Künstler, den die Kids wirklich lieben. Er ist wirklich, wirklich großartig.
Anthony: Wir haben hier eine Frage aus Schweden. Tony aus Schweden sagt: „Hi, Michael. Du bist der faszinierendste Künstler aller Zeiten. Ich liebe deine Musik einfach. Wirst du wie-der auf Tour gehen und wirst du dann eine Europa-Tournee oder eine Welttour machen“?
Michael: Ähm, Mann, wir haben darüber noch nicht ausreichend nachgedacht, aber ähm, ich will nicht sagen, dass wir nicht daran arbeiten. Ähm, wir konzentrieren uns jetzt gerade auf eine Menge unterschiedlicher Dinge. Aber ich kann das nicht so einfach sagen.
Anthony: Fein. Ich wollte noch fragen…
Michael: Weißt du was, in der nahen Zukunft, da bin ich mir sicher, wird so etwas bevorstehen. In der nahen Zukunft.
Anthony: Die Leute sollten, ähm, ihre Augen bezüglich einer solchen Ankündigung offen halten. Wir haben eine Frage von Noria, die oder der sich selbst als ein 32 Jahre alter Spanischer Fan aus Los Angeles beschreibt und wissen möchte, ob du Pläne hast, irgendeinen Song von ‚Invincible’ in Spanisch oder einer anderen Sprache außer Englisch zu veröffentlichen.
Michael: Ähm, bis jetzt haben wir das nicht, aber das wäre sicherlich eine großartige Sache. Wir haben das noch nicht abgeschrieben. Wir denken, es ist ein großer Markt, also wäre das eine großartige Möglichkeit.
Anthony: Insbesondere für jemanden wie dich, der eine so große internationale Anhänger-schaft hat – du weißt schon, viele Leute haben ihre Anhängerschaft in England oder den USA, aber deine Anhängerschaft ist offensichtlich sehr international.
Michael: Danke schön.
Anthony: Ähm, erzähl ein bisschen… Eines der Dinge die eine Art kleine Sensation in diesem Jahr waren, war das Cover von ‚Smooth Criminal’ durch die Alien Ant Farm. Ich würde gerne wissen, ob das deine Beachtung fand, ob du… Hast du es genossen, oder wie denkst du darüber?
Michael: Ich habe es gesehen und mich darin verliebt. Ich liebte es. Ich sagte, das muss einfach herauskommen. Sie wollten also meine Erlaubnis; ich sah es, befand es für gut und gab ihnen ein Triple A, und sagte: „Los, macht das.“
Anthony: Fantastisch. Es muss für einen Songschreiber interessant sein, andere Leute die eigenen Songs neu interpretieren zu sehen. Was ist das für ein Gefühl?
Michael: Es ist ein großes Kompliment. Es ist ein wundervolles Kompliment. Du fühlst dich wertvoll und weißt, dass deine Musik alle unterschiedlichen Generationen erreicht. Weißt du, und all die unterschiedlichen, ähm… Ich meine, jeder da draußen hört zu, und das macht mich sehr glücklich.
Anthony: Jetzt haben wir eine Frage aus Kanada. Gary, 19 Jahre, schreibt: „Mit welchen anderen Künstlern hast du für ‚Invincible’ zusammen gearbeitet?
Michael: Mit welchen anderen Künstlern ich für ‚Invincible’ zusammen gearbeitet habe…
Anthony: Gibt es da irgendwelche besonderen Gäste.
Michael: Ähmm, oh yeah, Carlos Santana. Er und ich, wir haben so etwas wie ein Duett gemacht. Er spielt die Gitarre und ich singe und es ist etwas, das, ähm, wir geschrieben haben. Und es ist wirklich, wirklich ein netter Song.
Anthony: Nun, kanntest du ihn schon vorher oder bist du ihm vor kurzem begegnet?
Michael: Ich hatte ihn schon vorher getroffen, aber wir haben in der letzten Zeit sehr viel telefoniert. Nachdem er seinen Grammy Award gewonnen hatte sagte er zur Presse, dass er mich gerne treffen würde und er bereit dazu wäre, mit mir zu arbeiten. Also hat man mir das erzählt und, ähm, ich habe ihn dann angerufen und er sagte, er würde das wirklich gerne machen, für ihn würde ein Wunsch in Erfüllung gehen. Und er war der netteste Mensch. Er ist so nett und so spirituell. Ich empfand ihn als so bescheiden, also sagte ich zu mir, „Wir müssen diese Arbeit machen“.
Anthony: Und dann habt ihr einen Song zusammen geschrieben?
Michael: Nun, da gibt’s einen Song, den ich und zwei andere Leute geschrieben haben, und er war ein Teil davon, und, ähm, ‚Whatever Happens’.
Anthony: Okay… Wir haben eine Frage von Anicia. Hier steht: „Michael, bist du ein Fan von Chris Tucker?“ Beschreibe ihn mal, er hat doch in deinem gegenwärtigen Video mitgespielt.
Michael: Ich bin ein riesiger, riesiger Fan von Chris Tucker. Er bringt mich derart zum lachen. Ähm, ich, ähm, ich habe alle seine Filme gesehen, und er ist einfach eine witzige Type. Ich mag Leute, die dich zum Lachen bringen können ohne dabei Vulgär zu sein, oder schlimme Wörter zu benutzen. Für die Kinder, aus allen unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und allen Winkeln der Erde, und er ist einfach ein witziger Typ.
Anthony: Wir haben eine weitere Frage aus Kanada. Tony, 17, aus Kanada schreibt und fragt sich: „Wie lange dauert es, bis du einen Song vom ersten Konzept zur schlussendlichen Aufnahme produziert hast?“
Michael: Nun…
Anthony [lacht]: Ich denke, es variiert wahrscheinlich…
Michael: Yeah, es variiert. Und bei mir ist das wirklich anders als bei anderen Künstlern, denn ich schreibe eine Anzahl Songs, vielleicht 5, 6, 7, oder 8 oder 10; dann verwerfe ich sie alle und fange von vorne an. Also ist das für mich eine schwierige Frage.
Anthony: Ich frage mich, ob… ist da ein spezifischer Song auf dem Album – also ‚Invincible’ – du weißt schon, wie lange… als… Erinnerst du dich an die erste Inspiration für dieses Song und dass du dann vielleicht eines Tages schließlich sagen konntest, ‚Dies ist es, jetzt habe ich es genau so hinbekommen, wie ich es wollte“?
Michael: Auf ‚Invincible’ selber?
Anthony: Hmhm.
Michael: Ähmmm, ja. Ja. Ich erinnere mich daran, dass ich die Jungs zurück geholt habe um etwas innovativeres zu erschaffen… Weil wir nicht… ähm, das ist unser Ding, wir haben nicht, ähm, eine Vielzahl Klänge auf dem Album sind keine Klänge, die von Keyboards stammen, ähm, sie sind vielmehr, weißt du, viel mehr programmiert gewesen. Wir gehen hin und machen unsere eigenen Klänge. Wir klopfen auf Gegenstände, wir schlagen auf Gegenstände, sodass niemand duplizieren kann, was wir machen. Wir machen das mit unseren eige-nen Händen, wir finden Dinge und wir erschaffen Dinge. Und, ähm, das ist das Wichtigste überhaupt, ein Pionier zu sein. Innovativ zu sein. |
| Anthony: Absolut. Nun haben wir hier Vernay aus Newark, Delaware, den guten alten USA, und Vernay schreibt: „Ich bin so begeistert von dem neuen Album, aber ganz besonders berührt wurde ich von ‚Speechless’. Wie wurdest du zu diesem Song inspiriert?“ Michael: Die Inspiration für ‚Speechless’ kam…, ähm, ich verbringe eine Menge Zeit im Wald. Ich mag es, in den Wald zu gehen, und ich mag es, auf Bäume zu klettern. Meine Lieblingsbeschäftigung ist es, auf Bäume zu klettern, bis hinauf an die Spitze eines Baumes und dann hinab zu sehen auf die Äste. Wann immer ich das tue, inspiriert es mich musikalisch. Da sind diese beiden süßen, kleinen Kinder, ein Mädchen und ein Junge, und sie sind so unschuldig; sie sind die quintessentielle Form der Unschuld, und einfach nur in ihrer Präsenz zu sein, lässt mich total sprachlos fühlen, denn wann immer ich sie sah, hatte ich das Gefühl, das Gesicht Gottes zu sehen. Sie haben mich zu ‚Speechless’ inspiriert.
Anthony: Nun, diese Antwort streicht vielleicht auch schon unsere nächste Frage, welche lautet: „Woher bekommt du deine Inspiration, wenn du deine Songs schreibst. Bekommst du die Inspiration von verschiedenen Orten?“ |
Michael: Nun, die besten geschriebenen Songs haben sich selbst geschrieben. Du bittest nicht darum, sie fallen dir einfach in den Schoß. Dann gibt es da noch die Songs, die, du weißt schon, die du quasi, ähm, ausbrütest. Weißt du, du pflanzt den Samen, überlässt dem Unterbewusstsein die Kontrolle und während du hoffst, dass etwas passiert, passiert das auch meis-tens. Ich glaube nicht an das Konzept der Schreibblockade – das ist ein böses Wort. Du kreierst es, wenn du es sagst. So etwas gibt es nicht. Ähm, wie jeder Maler oder Bildhauer, sie malen… sie machen ihre besten Arbeiten wenn sie 60 oder 70 Jahre alt sind. Fred Astaire machten seine besten Tänze, als er 70 war. Angelo [Michelangelo] arbeitete bis weit in seine Sechziger und Siebziger hinein, und er machte brillante, geistreiche Arbeiten. Aber im Mu-sikbusiness haben manche dieser großartigen Künstler ihre Fähigkeiten verloren, weil sie sich bereits in einem frühen Alter selbst misshandelt haben, indem sie diese verrückten Dinge tranken und Pillen schluckten und so etwas, und, ähm, das ist einfach nicht gut – einfach keine gute Sache. Ich hasse das zu sagen und jemanden zu verletzen, aber wir sollten ein bisschen besser auf unsere Körper aufpassen. Anthony: Na ja, ich denke eine Menge Leute haben inzwischen begriffen, dass sie sich selbst kaputt gemacht haben. Weißt du, viele Leute haben darüber in den letzten Jahren gesprochen, weißt du.
Michael: Yeah.
Anthony: Wir haben eine Frage von Allen, der fragt, ob du glaubst, dass Rodney Jerkins und du einen neuen Sound für 2001 erschaffen haben.
Michael: Für den Song ‚2000 Watts’?
Anthony: Er fragt: „Glaubst du, dass du mit Rodney Jerkins, natürlich dem Produzenten, einen neuen Sound für 2001 erschaffen hast?“
Michael: 2001?
Anthony: Ja.
Michael: Oh. Ähm, das wäre ein netter Gedanke, ja.
Anthony: Wie war die Zusammenarbeit mit ihm. Wie habt ihr Typen euch getroffen und, du weißt schon, wie lief eure Zusammenarbeit?
Michael: Er war dieser Typ der durch ganz Hollywood und die Musikindustrie lief und zu jedem sagte, dass es sein Traum wäre, mit mir zu arbeiten. Dann sagte Carol Bayer Sager zu mir, in ihrem Haus – sie ist diese großartige Songschreiberin, die mehrere Academy Awards für ihr Songschreiben gewonnen hat – „Da ist ein Typ, mit dem ich gearbeitet habe. Sein Na-me ist Rodney Jerkins, er hat mich weinend angefleht, dass er dich treffen möchte. Ich meine, warum nimmst du nicht den Telefonhörer und sagst ‚hi’ zu ihm.“ Und er kam an diesem Tag rüber und er sagte, „Bitte, es ist mein Traum, mit dir zu arbeiten. Gib mir zwei Wochen und ich zeige dir, was ich kann.“ Und, ähm, es endete damit, dass wir zusammen arbeiteten.
Anthony: Und was für Eindrücke hattest du von ihm, einfach dass jemand… Was hat er gebracht, was war deiner Meinung nach sein Beitrag?
Michael: Sein Beitrag war, dass er es auf dieselbe Art und Weise liebt etwas zu erschaffen, wie ich es tue. Aber ich pushte ihn. Und pushte und pushte und pushte und pushte ihn dazu, etwas zu kreieren… ähm, zu mehr Neuerungen. Mehr zu Pionieren. Er ist ein echter Musiker. Er ist ein echter Musiker und er ist sehr widmungsvoll und er ist wirklich loyal. Er hat Aus-dauer. Ich glaube nicht, dass ich diese Ausdauer von ihm jemals zuvor bei jemandem gesehen habe. Denn du kannst ihn pushen und pushen, ohne dass er wütend wird. Yeah, ich denke, er ist ein großartiger Typ, das ist er wirklich.
Anthony: Das ist ein großes Kompliment.
Michael: Und, ähm, und Teddy Riley ist einfach unglaublich. Er ist auch innovativ. Ich liebe es, mit ihm zu arbeiten.
Anthony: Und du hast natürlich auch schon in der Vergangenheit mit ihm gearbeitet.
Michael: Yeah, er ist einer meiner Lieblinge… als Mensch ist er einer der mir liebsten Menschen auf der Welt. Er ist einfach ein wirklich süßer, netter Typ. Du weißt schon. Und Rodney ist sehr witzig. Du lachst den ganzen Tag wenn du mit ihm zusammen bist. Er stellt seine Musik im Studio an und fängt an, durch den Raum zu tanzen. Er ist witzig.
Anthony: Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass Sie bei Getmusic sind. Wir sprechen hier mit Michael Jackson, dessen neues Album, ‚Invincible’, am 30. Oktober erscheint. Sie können es sich auf Michaeljackson.com anschauen. Sie können es bei Getmusic vorbestellen. Nun haben wir hier eine Frage von ItsJackson, deren wirklicher Name Rachel aus Connecticut ist; sie fragt: „Gibt es irgendwelche neuen Tanzschritte, die du dir ausgedacht hast, während du an deinem Album gearbeitet hast?“
Michael: In der ersten Zeit, wenn ich an irgendeinem Album arbeite, pausiere ich mit dem Tanzen. Denn ich war einfach so beansprucht und betört von dem, was ich tat; ich machte etwas, dass sehr ungewöhnlich war. Aber sobald die Musik anfängt zu spiele, beginne ich natürlich zu tanzen. Aber, ähm, es ist jetzt so, dass es sich selbst erschafft, und während die Musik spielt, fallen mir neue Dinge ein. Aber das wird alles in der Zukunft, in den neuen Kurzfilmen zu sehen sein. Sie werden es sehen… sie werden alle möglichen Arten von innovativen Dingen und Bewegungen sehen, die sie noch nie zuvor sahen. Wir gehen an Orte, an denen wir im Tanz noch nie zuvor gewesen sind. Denn all diese Hiphop-Dinge, die jetzt gerade in sind, fangen an, wie Aerobic auszusehen, es wird allmählich lästig.
Anthony [lacht]: Wir haben eine Frage von Simon, der, du weißt schon, du hast gerade erwähnt, du weißt schon, all die Leute die mit dir arbeiten wollten. Er fragt sich: „Michael, mit wem würdest du gerne ein Duett machen, Vergangenheit oder Gegenwart?“
Michael: Ähm, wenn es in der Vergangenheit wäre, dann wäre es jemand wie, ähm, ich würde sagen Sarah Vaughn oder Nat King Cole. Gegenwärtig, ich denke, ähm, Whitney Houston ist brillant und Barbara Streisand hat eine wunderschöne Stimme. Weißt du, diese Art von Künstlern, sie sind einfach wundervoll.
Anthony: Was ist dein Eindruck von einigen der Künstler, die erst in den letzten Jahren in die Szene kamen, weißt du, wie Britney Spears und Christina Aguilara. Du weißt schon, junge Popstars, die offensichtlich wahnsinnig populär sind. Du weißt schon, Britney Spears hat ja an deiner Show im Garden teilgenommen, was war deine Meinung über sie?
Michael: Ich denke, sie sind eine neue Brut die sich entwickelt. Sie machen einen sehr guten Job. Und was mich noch viel mehr an diesen Künstlerinnen, wie Spears und Christina beeindruckt, ist, dass sie so entschlossen sind. Ich habe gehört, wie sie arbeiten. Ich meine, sie arbeiten monatelang an einem Tanzschritt, und, ähm… um ihn auszufeilen, weißt du. Ähm, sie sind einfach so entschlossen. Und ich habe… ich habe Britney mehrere Male getroffen und sie war sehr süß und bescheiden. Sie kam zu meinem Zimmer. Wir haben ruhig ein paar Stunden lang geredet und sie war einfach, ähm, wie eine Barbie-Puppe. Sie war sehr süß, sie war sehr nett.
Anthony: Ich kann mir vorstellen, dass jemand wie du eine interessante und wichtige Quelle für sie ist, du weißt schon. Als jemand, der schon ein Star war, als er so jung war und dann als… Ich glaube nicht, dass die Leute unbedingt verstehen, was für eine Art merkwürdige Wirklichkeit das ist, du weißt schon, in all dem Beifall und dem Ruhm und der Aufregung, weißt du, ein Kind zu sein und all diese Aufmerksam auf sich gerichtet zu wissen, das muss für dich schon auch beängstigend gewesen sein. Hast du es auch so empfunden, ähm, in deiner eigenen Erfahrung?
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Michael: Yeah, denn wo ich immer hingehe, ähm, verkleide ich mich, jetzt - - aber jetzt geht das nicht mehr, denn, du weißt schon, was derzeit auf der Welt passiert – also trage ich keine Verkleidung mehr. Und, äh, die Leute… Sie spielen wirklich verrückt. Sie sind so glücklich, dich zu sehen. Sie glauben, sie kennen dich. Du musst ihnen antworten als würdest du sie kennen. Sie glauben, sie kennen dich persönlich. Mein Bild ist an ihren Wänden, weißt du, meine Musik läuft in ihrem Haus, also fassen sie dich an und umarmen dich und berühren dich und sie… Also antworte ich gewöhnlich auch mit Umarmungen und Küssen. Denn ich liebe… ich liebe… ich liebe meine Fans wirklich. Wirklich, wirklich, von ganzem Herzen. Das ist die volle Wahrheit. Ich liebe sie. Und diejenigen, die, ähm… Also, wenn wir in ein bestimmtes Land gehen und sie sind da draußen, und schlafen draußen auf der Straße, und ich werfe ihnen Kissen und Decken und alles zu. Und ich lasse ihnen von meinen Sicherheitsleuten Pizza bringen, damit sie alle essen können, und besorge die Kerzen und, weißt du, wir kümmern und wirklich um sie. Sie sind sehr, sehr, sehr süß und unterstützend.
Anthony: Sam, der 20 Jahre alt ist und aus Texas hier in den Vereinigten Staaten kommt, fragt: „Wirst du ‚Butterflies’ als Single veröffentlichen? Das ist einer deiner besten Songs.“
Michael: ‚Butterflies’ ist, äh, ist eine Single, die jetzt veröffentlicht wurde. Es ist jetzt eine Single. Sage ihm, dass ich ihm sehr danke.
Anthony: Großartig. Was für andere Pläne hast du noch, weißt du, wenn du… Als jemand, der eine Art Innovator in Bezug auf Kurzfilme als Begleitung deiner Songs ist, entwirfst du diese Dinge da die ganze Zeit über gedanklich, oder, du weißt schon, entscheidest du dich auf einer Schritt-für-Schritt-Basis, weißt du, dies wird die nächste Single werden und ich will, du weißt schon, eine Art bildliches Statement machen, um sie zu begleiten. Weißt du, wie geht das alles vor sich?
Michael: In Ordnung, der Kurzfilm selber?
Anthony: Yeah.
Michael: Nun, ich lasse den Song selber praktisch zu mir sprechen, und ich gehe in ein Zimmer und fange an, mir Notizen zu machen… Weißt du, ich spreche mit einem Autoren – wie Stephen King und ich, wir beide haben ‚Ghosts’, den Kurzfilm ‚Ghosts’, geschrieben, und wir haben einfach am Telefon angefangen ihn zu schreiben, und ihn sich selbst entstehen zu lassen und dann dahin zu gehen, wo er uns hinführte. Aber wir versuchen auch sehr ungewöhnliche Dinge. Und es ist… es ist keine einfache Angelegenheit, denn du musst das dem Song anpassen, und du kannst dich nicht zu lange daran aufhalten, und die Special Effects brauchen in ihrer Durchführung manchmal 5 Monate. Also ist es… es ist schon eine schwierige Sache, und die Plattenfirma sagt, „Mach schon, mach schon, mach schon, wir müssen loslegen, wir müssen loslegen“. Das verstehe ich. Also versuchen wir das Beste aus der Zeit herauszuholen, was wir durchführen können.
Anthony: Wir haben hier jetzt eine Frage, äh, von Helen aus Schottland: „Wenn du nur einen einzigen deiner Songs für den Rest deines Lebens performen könntest, welcher wäre das und warum?“
Michael: Ooh, das wäre wahrscheinlich… wenn ich mehr wie einen auswählen könnte, so zwei oder drei?
Anthony: Yeah, ich denke, so weit können wir gehen.
Michael: ‚Heal The World’, ‚Speechless’, ähm, und das ist echt schwierig… Ich denke, äh… huh…ähmmm, ‚You Are My Life’.
Anthony: Somit hast du dich für die entschieden, die… die sozusagen die größten Aussagen enthalten, auf eine Weise, erscheint es mir.
Michael: Yeah, denn, äh, der Punkt ist, dass sie sehr melodisch sind und sie haben eine großartige, wichtige Botschaft die quasi unsterblich ist, sie passt zu jeder Zeit und jedem Raum, weißt du.
Anthony: Eine der Sachen, die ich dich eigentlich noch fragen wollte ist, du weißt, wir hatten diese, du weißt schon, entsetzlichen terroristischen Anschläge hier in New York City und Washington, DC. Was ist deiner Meinung nach die Rolle, die ein Künstler in dem Sog solcher Ereignisse spielen sollte. Weißt du, ich meine, du hast diese Benefiz-Shows in Washington gemacht. Du weißt schon, ist da… Musikalisch und in… du weißt schon, können Künstler etwas tun, um den Menschen dabei zu helfen das zu überwinden, was für viele von uns eine sehr schwierige Zeit war?
Michael: Yeah, du gibst dich selbst hin. Du gibst dein Talent, deine Fähigkeiten… Das Talent, das dir vom Himmel geschenkt wurde. Deswegen sind wir hier, um eine Möglichkeit der Flucht einzubringen in der Zeit der Nöte. Und, äh, wenn du ein Maler bist, malst du; wenn du ein Bildhauer bist, skulptierst du; wenn du ein Autor bist, schreibst du; wenn du ein Song-schreiber bist, dann gibst du Songs; wenn du ein Tänzer bist, dann tanzt du. Du gibst den Menschen etwas Liebe und etwas… etwas Glückseligkeit und eine Fluchtmöglichkeit, und du zeigst ihnen, dass du wirklich von ganzem Herzen besorgt bist und für sie da bist. Nicht nur aus einer Entfernung heraus, sondern zu zeigst, dass es dich wirklich kümmert. Weißt du, nimm den langen Weg auf dich und sei für sie da. Und das habe ich getan, und viele andere, die sich kümmerten und halfen. Und es ist eine wichtige Sache. |
Anthony: Wir haben hier jetzt eine Frage von Chili Boy. „Ich wollte schon immer wissen: Wie kommst du auf einen Tanzschritt und wie lange dauert es, die Choreographie für einen Song zusammen zu stellen?“
Michael: Meistens gehe ich in einen Raum und fange an zu tanzen, und, äh, ich erschaffe den Tanz nicht, der Tanz erschafft sich selbst, wirklich. Weißt du, ich mache etwas und dann schaue ich mir das an… Ich schaue es mir auf Video an und ich denke, „Wow“; ich hatte ü-berhaupt nicht bemerkt, dass ich das getan habe. Es passiert einfach aus dem Rhythmus heraus. Du wirst… Tanzen handelt von Interpretation. Du wirst… du wirst der Begleiter der Musik. Also wenn du zum Bass in ‚Billie Jean’ wirst, da konnte ich einfach nicht anders, als die Schritte zu machen, die ich mache wenn der Song anfängt, denn, äh, genau das hat mir der Song aufgetragen. Weißt du, wenn ich mich umdrehe, eine Drehung mache, stoppe, meine Beine zur Seite bewege und dann den Kragen meines Hemdes aufstelle, dann ist das in diesem Augenblick eine Begleitung.
Anthony: Ich erinnere mich, diesen Moment im Fernsehen gesehen zu haben und es hat mich vom Stuhl gehauen. Das ist so extraordinär.
Michael: Vielen Dank.
Anthony: Das war eine der wirklich großartigen, großartigen Momente.
Michael: Das ist alles spontane Bewegung. Nicht in dem Stück war, in, äh, ‚Billie Jean’, war geplant, außer dem ‚Moonwalk’. Alles andere war einfach, du weißt schon, improvisiert, wirklich.
Anthony: Wir haben eine Frage von SJ Chams: „Denkst du, du wirst noch ein Duett mit Janet machen?“
Michael: Ich würde es lieben! Es ist von dem Song abhängig, der Zeit. Wenn sie in der einen Ecke der Welt ist, bin ich in einer anderen. Es ist ziemlich selten, dass sich unsere Wege kreuzen. Somit ist das nicht einfach, weil wir beide sehr beschäftigt sind. Aber es wäre sehr nett. Ich habe die Zusammenarbeit mit ihr geliebt. Sie ist eine wirkliche, echte Professionalistin und eine wundervolle Schwester.
Anthony: Exzellent. Ah, hier haben wir Sheik 33, der fragt: „Wer war dein Idol als du ein Kind warst?“
Michael: Ich war immer völlig verrückt nach… ich meine, ich konnte schlafen… in Indiana, mit 5 Jahren, ich habe geschlafen und es konnte mitten in der Nacht sein, so ein Uhr morgens, da erinnere mich, meine Mutter in mein Zimmer rennen gesehen zu haben: „Wach auf, wach auf! James Brown ist im Fernsehen! James Brown ist im Fernsehen!“ Oder, „Sammy Davis Jr. spielt gerade“ oder „Fred Astaire! Sie zeigen gerade einen guten Fred Astaire-Film.“ „Gene Kelly läuft gerade!“ Und ich saß dann da, und meine Augen waren einfach… Ich war total hingerissen, schaute nur zu. Als also Videos herauskamen, hatte ich eine Sammlung. [kichert]
Anthony: Yeah, ich verstehe, du hattest eine extraordinäre Sammlung der alten Filme von all diesen Künstlern, die du mochtest und, oh, die Musikauftritte der Künstler, die du bewundert hast. Weißt du, erzähl uns was ein bisschen davon und von dem Zeug, das du dir gerne anschaust.
Michael: Nun, ich… ich mag, ähm, bevor ich irgendetwas mache, egal in welcher Situation, liebe ich es zunächst einmal die gesamte Geschichte davon zu studieren, bevor ich den ersten Schritt in eine Neuerung mache. Also, ähm, ich liebe es mir alle Vaudevillians anzusehen, weißt du, die aus dieser Ära stammen, obwohl sie damals noch gar kein Fernsehen hatten. Äh, aber sie, äh, haben das dann später für das Fernsehen umgewandelt. Ich liebe Leute wie Jackie Gleason, Red Skelton, ich bin verrückt nach den 3 Stooges, äh, alles von Walt Disney… Und was Performer angeht, äh, ich liebe Anthony Newley, weißt du, wie ich bereits sagte Jackie Wilson, James Brown. Also… Sie sind unglaublich! Ich meine, als James Brown noch bei „James Brown and the Famous Flames“ war, da war er so unglaublich. Ich habe ihm zugesehen und geweint. Ich weinte und sah ihm zu. Ich habe niemals wieder eine Person so performen sehen, wie er es tat, nie wieder.
Anthony: Weißt du, es muss außergewöhnlich gewesen sein für dich, als ein… du weißt schon, als du jung warst und Platten aufgenommen hattest und einige deiner Idole treffen konntest, weißt du, das muss eine so gewaltige Erfahrung gewesen sein.
Michael: Oh, das wa… das war es wirklich. Und sie sagen zu hören, dass sie… dass sie mich unglaublich fanden, und dabei hatte ich Zeit meines Lebens gedacht, sie wären die Besten. Es war das beste… Ich meine, es war das größte Kompliment, das ich bekommen konnte und kein Award könnte das toppen. Du weißt schon. Wenn Fred Astaire oder Gene Kelly, die ich sehr gut kenne, oder Frank Sinatra, mir erzählten, dass ich… dass sie denken würden, ich wäre faszinierend und mir stünde eine faszinierende Karriere bevor… Sie sagten das zu mir, als ich ein Kind war. Denn sie waren meine Nachbarn. Sie lebten in meiner Nähe. Und, äh, ich fühlte mich sehr geehrt und glücklich, diese Art von Worten von diesen Legenden zu hören.
Anthony: Das muss sehr ermutigend gewesen sein.
Michael: Ja, sehr.
Anthony: Hier haben wir nun Mhagrice, die tatsächlich Margaret aus den Niederlanden ist, eine 26 Jahre alte Frau, die fragt: „Ist es war, dass du bei ‚Men in Black II’ mitspielst, und wirst du einen Soundtrack für diesen Film aufnehmen?“
Michael: Äh, ich denke nicht, dass wir einen Soundtrack machen werden, aber ich habe… einen Gastauftritt, wie ein Cameo, in ‚Men in Black’, äh, 2, und wir erwarten auch, Teil 3 zu machen. Und es machte eine Menge Spaß und war aufregend. Ähm, das ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Äh, ich bin ein großer ‚Men in Black’-Fan. Ich liebe das total.
Anthony: Nun, wolltest du nicht auch… Also, soweit ich es verstanden habe, wirst du außerdem ‚Die Alpträume des Edgar Allen Poe’ machen. Kannst du uns ein bisschen davon erzählen?
Michael: Ja, das steht jetzt bevor. Es geht um den großartigen, überaus produktiven amerikanischen Autor Edgar Allen Poe.
Anthony: Schon auch selbst ein beängstigender Typ.
Michael: Er ist sehr diabolisch, und sehr düster, und… Aber er war ein Genie und es ist… Aber sein eigenes persönliches Leben war sehr interessant, und darum geht es, weißt du. Wie er war, weißt du… Was er durchmachen musste, um solch geistreiche Arbeiten erschaffen zu können. Es ist eine großartige Geschichte. Aber… und wo wir gerade dabei sind, ich möchte, dass die Fans wissen, dass alle Boulevardzeitungen verbannt werden sollten. Glaub nichts, was du in einer Boulevardzeitung gelesen hast. Es ist Müll und es ist Schrott. Wir sollten die Boulevardzeitungen verbrennen, wie einen großen Berg – sie einfach anzünden.
Anthony: Das habt ihr hier zuerst von Michael Jackson gehört.
Michael: Verschwendet eure Zeit nicht damit. Es ist dämlich.
Anthony: Nun haben wir hier Rapmaster JA, der eigentlich Jason aus Illinois ist. Er schreibt: „Michael, du bist zweifellos der großartigste Künstler in der Weltgeschichte. Wie machst du den ‚Moonwalk’. Das ist der coolste Tanzschritt, den ich je gesehen habe.“
Michael: Mann, das ist am Telefon schwer zu erklären [Unterbrechung durch die Zentrale]. Ich liebe Bewegungen und Tanzen. Es ist wie vorwärts und rückwärts zur gleichen Zeit zu laufen, aber eben nicht nur zu laufen, sondern als befände man sich auf einem Fließband. Und es ist, äh, schwer zu erklären. Wenn er hier bei mir im Zimmer wäre, dann könnte ich es ihm mit meinen Fingern oder meinen Füßen zeigen, aber so. Vielleicht kann er es am Ende des ‚Jam’-Videos sehen, wo ich versuche Michael Jordan zu zeigen, wie es geht. Das einzige Mal, dass ich das gezeigt habe, glaube ich. |
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| Anthony: Jetzt haben wir hier Mark the Shark, äh, der fragt: „Wie machst du dieses Vorwärtslehnen im Video zu ‚Smooth Criminal’?“
Michael: Oh, ‚Smooth Criminal’, gut. Die Sache passierte… es war mitten während der Dreharbeiten und es war nicht… ich habe es in genau diesem Augenblick choreographiert. Wir brauchten eine Stunde, um es auszuarbeiten. Es ist ein Special Effect, wir lehnen uns soweit vor wie wir können und, äh, den Rest besorgt das Fließband.
Anthony: Nun fragt Glenn aus Toronto, Kanada: „Fühlst du eine spezielle, spirituelle Energie, wenn du auftrittst; fühlst du dich dann mit einer höheren Gewalt verbunden? Denn das glaube viele, wenn sie dich live sehen?“
Michael: Genau so ist es, du bist mit einer höheren Macht verbunden und du lebst einfach für den Moment und wirst eins mit, du weißt schon, dem Geist. Ich will nicht religiös oder so klingen, aber es ist sehr spirituell… schon sehr wie Religion, und es ist ein Geschenk Gottes und du lebst einfach damit. Und ich fühle mich sehr geehrt, dass ich es bekommen habe. Und, äh, es ist eine Freude, mit dem Publikum eins zu werden. Es ist eine Einheit, weißt du?
Anthony: Ich wurde daran erinnert, dass, ah, während du davon gesprochen hast, wie du deine Bewegungen ausarbeitest, du weißt schon, zuzuhören wie… einfach der Musik zuzuhören und sozusagen darin zu verschwinden. Weißt du, das hat so etwas wie ein wirklich mystisches Gefühl.
Michael: Danke sehr.
Anthony: Jetzt hat uns Charlie eine Frage geschickt: „Auf welche Errungenschaften in deinem Leben bist du am meisten stolz?“
Michael: Junge, uh, einer meiner größten Träume seit ich wirklich, wirklich klein war… Ich denke ich war ungefähr 7 Jahre alt; ich kaufte mir immer das Guinness Buch der Weltrekorde. [kichert]. Du kennst die Antwort, nicht wahr? Ich sagte: „Hmmm, ich liebe es zu tanzen und zu singen. Hoffentlich kann ich eines Tages in diesem Buch sein.“ Und ich glaubte daran, dass das möglich ist. Und als dann ‚Thriller’ das meistverkaufte Album aller Zeiten wurde und in das Guinness Buch der Weltrekorde aufgenommen worden ist, und, äh, da sind noch mehr Auflistungen… Weißt du, sie führen mich jetzt in insgesamt 7 unterschiedlichen Kategorien. Das war die glücklichste Zeit meines Lebens. Ich war so glücklich.
Anthony: Auf was führst du diesen Level an Ehrgeiz und Möglichkeiten zurück, den du als Kind empfunden hast? Weißt du, ich denke, es ist manchmal schwierig für die Leute nachzu-fühlen, wie… du weißt schon, du warst als Kind offensichtlich nicht so reich oder kamst aus ausgefallenen Verhältnissen, aber trotzdem hast du es geschafft, dir ein erfolgreiches Leben zu vergegenwärtigen. Auf was führst du das zurück? |
Michael: Ich schreibe das meinen Eltern zu, die uns immer beigebracht haben, ausdauernd zu sein und an dich selbst zu glauben; habe Vertrauen, egal, was du tust. Selbst wenn du den Boden wischst oder Wände streichst, mach es besser als jeder andere auf der Welt, egal, was du tust. Sei der Beste darin, und habe Respekt anderen gegenüber, und sei stolz auf dich… und zu ehren, sei ehrenhaft, weißt du.
Anthony: Absolut. Nun, du machst schon seit langer Zeit Alben, du bist in der Musikszene seit vielen Jahren eine Macht. Was denkst du, sind deiner Meinung nach die größten Verände-rungen in der Musik, die du gesehen hast?
Michael: Die größten Veränderungen?
Anthony: Yeah, was hat sich in der Musikindustrie geändert oder, du weißt schon, an der Musik selber. Was denkst du ist anders?
Michael: Nun, ich denke… Ah, ich glaube nicht, dass die Leute geglaubt haben, dass sich Rap-Musik so lange hält. Und sie hat evolutionäre Entwicklungen durchmacht – sie ist jetzt melodiöser, akzeptierbarer, denn Melodien werden niemals aussterben. Sie werden nie aussterben. Und der Rhythmus – die Dinge sind jetzt ein bisschen rhythmischer. Denn die Leute wollen tanzen. Das ist Teil der menschlichen Beschaffenheit; Teil unseres biologischen Seins. Unsere Zellen tanzen, wenn wir Rhythmen hören. Du siehst, dass… ein einjähriges Kind wird anfangen sich zu bewegen, wenn es Musik hört. Woher wissen sie, wie sie sich bewegen? Weil das biologisch ist. Es ist nicht nur ein Hören durch die Ohren, es ist ein Gefühl, weißt du. Und wenn man Musik spielt; das Gras und die Bäume und die Blumen… sie werden alle von Musik beeinflusst. Sie werden schöner und viel lebhafter in ihrem Trieb. Musik ist eine sehr wichtige und mächtige Substanz, und alle Planeten des Universums machen Musik. Es wird Musik der Sphären genannt. Sie machen alle unterschiedliche Noten; sie machen Harmonien. Also gibt es sogar im Universum, während wir sprechen, Harmonien.
Anthony: Jetzt haben wir eine Frage aus Holland, äh, Femka aus Holland schreibt: „Ich liebe die Special Editions von ‚Off The Wall’, ‚Thriller’, ‚Bad’ und ‚Dangerous’“. Sie liebt dich. Und fragt: „Warum ist ‚Invincible’… Warum wird ‚Invincible’ in verschiedenen Farben erscheinen?“
Michael: Weil wir wollten, dass die Fans Spaß daran haben, sie zu sammeln, und, äh… Es ist eine, äh, eine limitierte Auflage, denke ich. Und, äh, es gibt Alben, die liebe ich einfach und die würde ich ach fünf Mal kaufen, selbst wenn sie das gleiche Cover hätten. Also fünf Mal kaufen, einfach nur weil ich das Album so sehr liebe. Also, jetzt stell dir mal vor, wir würden eine andere Farbe haben oder die Farbe verändern, dann würde ich es noch fünf Mal kaufen. Wir wollen einfach, dass die Fans Spaß haben mit den Bildern und den Farben und… Einfach nur, um etwas anderes auszuprobieren. Deswegen haben wir das gemacht.
Anthony: Jetzt haben wir hier TJ, der 17 ist, und aus Australien kommt, und er will dir sagen: „Du bist immer noch mein Held“, und fragt: „Wie erklärst du deine Fähigkeit, so viele Menschen auf der ganzen Welt zu inspirieren?“
Michael: Ich tue einfach, was ich tue und ich liebe es, das zu tun. Und, uh, ich liebe Kunst. Ich liebe alles, jegliche Form von Kunst. Und, äh, wenn sie davon inspiriert sind, dann fühle ich, dass ich… ich bete, dass ich meinen Job mache; denn dafür bin ich da. Denn ich liebe die Fans, ich liebe die Kinder, ich liebe die Babys – und das gibt mir meine Inspiration, die Kinder, die Babys, die Fans. Ich liebe sie alle sehr. | |
Anthony: Michaela aus Pennsylvania, 14 Jahre alt, schreibt: „Michael, ich bin erst 14, aber ich ein Fan, seit ich 10 war. Du hast so viel mehr erreicht als jeder andere Künstler. Ich frage mich nur, wenn du eine Sache in deinem Leben ändern könntest, was würdest du ändern?“
Michael: Ich wäre gerne in der Lage, in die Öffentlichkeit zu gehen und manchmal einfach nur normal sein zu können, ohne dass die Leute mich erkennen, und ein bisschen von dem Gefühl zu bekommen, wie es ist, du weißt schon, Teil des normalen Lebens zu sein. Sehen, wie Dinge gemacht werden; zu erfahren worüber Leute reden, wenn sie sich einfach nur nor-mal unterhalten. Denn sobald sie mich als Michael Jackson erkennen, ändert sich die Art der Unterhaltung; dann geht es nur noch um mich und nicht über die Allgemeinheit – denn genau das passiert in diesem Augenblick. Das wäre… ich würde eine Menge daraus lernen. Ich kann das einfach nicht sehen, es sei denn ich verkleide mich und ziehe mir eine Menge Sachen an, und selbst dann starren sie mich an, sogar dann ist es anders; es ist nicht einmal dann dassel-be. Somit ist das eine schwierig durchführbare Sache. Sag ihm, dass das eine großartige Frage war.
Anthony: Das ist eine wirklich interessante Frage, tatsächlich. Wir haben aber auch eine ge-nauso interessante Antwort. Hier haben wir Greg aus Glasgow, Schottland, der wissen will: „Wann wirst du den Charity-Song ‚What More Can I Give’ veröffentlichen?“
Michael: Nun, es ist, uh… Wir nehmen gerade die letzten Stimmen auf und, äh, er wird sehr, sehr bald erscheinen. Wir stellen ihn gerade zusammen; die letzten Arbeiten. Es ist ein sehr wichtiger Song für die Welt. Etwas Gefühl und etwas Liebe zu geben und sich zu kümmern um die Leute, die in Waisenhäuser abgeschoben wurden, äh, oder innerhalb weniger Sekun-den ihre Eltern und geliebte Personen verloren haben, weißt du?
Anthony: Absolut. Ähm, nach was für Dingen hältst du Ausschau; was sind deine Hoffnungen für, du weißt schon, das neue Jahr. Du weißt, wir stehen am Ende des Jahres, du wirst dieses Album herausbringen, wir hatten eine Menge Tragödien und Krisen, die wir alle mit ansehen mussten. Jeder versucht, sich Mut zu machen. Wenn du über 2002 nachdenkst, was… was fallen dir dann für Dinge für dich ein?
Michael: Ähm, Film. Ich liebe Filme. Mehr Filme zu machen, die Songs in den Film zu integrieren. Tanzen. Und mehr Friede für die Welt. Ich bette die ganze Zeit um Frieden. Und das Allerwichtigste für das ich bete ist Schutz für Kinder und Babys. Das ist die Sache, die mich am meisten besorgt, ich möchte, dass sie beschützt werden und dass wir mehr Rechte für Kin-der auf der Welt haben, wo Kinder, du weißt schon, wo es einen Tag für Kinder gibt; ein Fest für Kinder. Gebt ihnen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Liebe.
Anthony: Sergei aus Russland schreibt: „Micha l, sing A-Kapella für uns.“
Michael [lacht]: Weißt du was, ich würde das wirklich gerne tun. Aber glaub es oder nicht, ich habe seit diesem Interview hier Schnupfen; ich bin mit einer Kehlkopfentzündung aufgewacht, habe mir am Tag zuvor von den Kinde n einen Schnupfen geholt. Meine Kinder waren krank und ich habe mir ihren Schnupfen eingefangen. Also, sag ihr, ich würde es sehr gerne tun, wenn ich ihre Stadt während eines Konzertes besuche. Und ‚Speechless’ beginnt mit einem A-Kapella, auf dem Album, der Song ‚Speechless’. Einer meiner Lieblingssongs.
Anthony: Beginnt mit einem A-Kapella Teil?
Michael: Er beginnt und endet in A-Kapella.
Anthony: Jetzt haben wir hier eine Frage von Karen, die sagt, dass du ihr geholfen hättest, seit sie ein kleines Kind war. Du bist immer jemand gewesen, der an andere Leute denkt; der sich um die Kinder auf der ganzen Welt zu kümmert. „Was können wir für dich tun?“, fragt sie. „Wir geben dir all unsere Liebe, aber was können wir dir noch gehen?“ Offensichtlich einer deiner großartigsten Fans.
Michael: Wenn ich in die Stadt komme, würde ich es sehr lieben, ein Kinderfest zu sehen, Kinderchöre zu hören, äh, weißt du, dass sie, wenn ich in verschiedene Länder komme, sie ihre Lieblingssongs von mir singen. Uh, wir sollten einen Kindertag erfinden und kreieren, ein internationales Fest, zu dem Kinder geehrt werden. Wo Eltern ihre Kinder ins Kino mit-nehmen oder in ein Spielzeuggeschäft oder in den Park. Und das alleine wird eine Zusammengehörigkeit erschaffen. Denn die Familienzusammengehörigkeit ist zerbrochen. Sie essen nicht mehr mit ihren Kindern, oder sprechen noch viel mit ihren Kindern, oder bemüttern ihre Kinder. Und ich würde wirklich gerne einen Feiertag für Kinder sehen. Tag des Kindes; ein Feiertag. Wir haben Muttertag, Vatertag – keinen Kindertag. Und, äh, ich würde es lieben, wenn ich eine Stadt käme und sehen könnte, wie sie Songs singen oder eine Parade machen oder so etwas. Das würde ich wirklich lieben.
Anthony: Michael, wir haben hier unsere letzte Frage. Es war eine große Ehre, mit dir zu reden. Wir haben hier Emanuel, 16 Jahre, aus den USA. Er fragt: „Mr. Jackson, was würdest du zu all deinen Fans sagen, die die gleichen Träume und Ziele haben ein Star zu werden, wie du selbst?“
Michael: Egal was kommt, die machtvollste Sache der Welt ist das menschliche Bewusstsein und Gebete, und glaube an dich selbst und habe Vertrauen und Beharrlichkeit. Egal, wie oft du es tun musst, tu es wieder, bis es richtig ist. Und glaube immer an dich selbst. Und egal was oder wer um dich herum negativ ist oder dich mit negativer Energie bewirft, du musst das total ausschalten. Denn an was auch immer du glaubst, das wirst du bekommen.
Anthony: Es wird gesagt, dass die Sache, die die Leute am meisten beeinflusst, oder die Weise, wie du wirklich sagen kannst, dass jemand ein erfolgreiches Leben hatte, die Art und Weise ist, wie sie mit Erfolg umgehen oder die Weise wie sie Fehler und Veränderungen handhaben. Das hört sich an wie das, was du sagtest.
Michael: Ja, und überhaupt, das Allerwichtigste – am Allerwichtigsten: Bleib bescheiden. Die Bescheidenheit, die ein Kind, die ein neugeborenes Baby hat. Selbst wenn du mächtig wirst oder Macht über Menschen hast mit deinem Talent… wie das, was Michelangelo als Bildhauer ausdrückt, weißt du, unter all dem sei so bescheiden wie ein Kind, wie ein Baby, und sei genauso nett und gebend und liebend. Sie plustern sich nicht mit Stolz auf.
Anthony: Ich denke, wir lassen noch eine letzte Frage zu, von jemandem, der sich Invincible103 nennt: „Halloween steht vor der Tür. Hast du Pläne, äh, dich zu verkleiden; hast du Pläne für eine Halloween-Party?“
Michael: Äh, nein. Ich möchte eigentlich nur „Trick or Treat“ spielen. Rausgehen, an irgendeine Tür klopfen und etwas Süßes bekommen. Ich liebe „Trick or Treat“. Das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich liebe es, mich als Monster oder so etwas zu verkleiden und an die Türen zu klopfen. Niemand erkennt mich, und ich bekomme Süßigkeiten.
Anthony: Also stellt euch vor, Michael Jackson steht vor eurer Tür, Leute.
Michael: [kichert]
Anthony: Sicherlich wäre es nett, dann ein paar Sachen für ihn bereitzuhalten. Nun, Michael, es war eine große, große Freude mit dir zu reden. Eine Menge Spaß, und äh, jeder wünscht dir das Beste mit deiner neuen Platte. Wir freuen uns alle darauf.
Michael: Ich danke dir vielmals und Gott segne dich. Vielen Dank.
Anthony: Ich danke dir. |
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