Während Sie Weihnachten feiern, gutes Essen und Trinken mit der Familie und Freunden in der Wärme und Geborgen des eigenen Heimes genießen, nehmen Sie sich einen Moment um sich an jene zu erinnern, die fälschlicherweise inhaftiert sind. Denken Sie daran, wie ihre eigene Familie wohl damit umgehen würde, denn so etwas kann auch Ihnen passieren.
In einem erst erschienen Buch, „Thinking about Crime“, schreibt Michael Tonry, ein angesehener Rechtsprofessor und Vorstand der Cambridge Universitätsabteilung für Kriminalität, dass die USA den höchsten Prozentsatz ihrer Einwohner im Gefängnis schmoren lässt, verglichen mit jedem anderen Land der Welt. Die US Inhaftierungsrate ist ca.12x höher als die der Europäischen Staaten.
Sofern Sie nicht annehmen, dass die Amerikaner krimineller sind als andere Menschen, was könnte zu dieser - weit über den internationalen Vergleich hinausragenden - Anzahl an Inhaftierungen führen? Ich könnte mir die folgenden Gründe vorstellen
- Um sicherzugehen, dass sie bei Kriminalität hart durchgreifen, haben Politiker allgemeines Verhalten kriminalisiert, dass überall anders legal ist.
- Viele unschuldige Amerikaner sind im Gefängnis.
Es gibt eine hohe Anzahl von Beweisen für diese beiden Thesen:
Professor Tonry gibt an, dass während der letzten drei Dekaden die Anzahl der inhaftierten Amerikaner um 700% gestiegen ist! Die Zahl der Inhaftierungen haben die Zahl des Bevölkerungswachstums längst überschritten. Ausgenommen Kinder und alte Menschen: Einer von 80 Amerikanern im ‚haftfähigen Alter’ ist inhaftiert.
Amerikanische Privatgefängnisse müssen mit Menschen gefüllt werden um Profit zu machen. Staatsanwälte brauchen eine hohe Verurteilungsraten um ihre Budgets zu rechtfertigen und ihre Karrieren voranzutreiben. Nimmt man diese beiden Gründe zusammen, kann man daraus schließen, welche Kraft dahintersteckt um Leute wegzusperren – unabhängig von ihren Verbrechen, ihrer Unschuld oder Schuld.
Betrachten wir den Fall von Charles Thomas Sell, wie kürzlich von Carolyn Tuft von der St. Louis Post-Dispatch und von Phyllis Schlafly on Town Hall (13. Dez.) aufgerollt. Mr. Sell, ein Zahnarzt, wurde für fast 8 Jahre inhaftiert ohne dass es jemals zu einer Verurteilung gekommen wäre. Angeblich ist Sell schuldig des Versicherungsbetrugs, aber da es keine Zeugen oder Beweise gegen ihn gibt, wollte ihn die virtuose, gerechte, demokratische und von Moral getränkte US Regierung durch Folter zu einem Geständnis zwingen.
Nun können Sie ihn nicht vor ein Gericht bringen, wo er darüber reden würde. Also bleibt Mr. Sell eingesperrt unter dem Vorwand das sein Unwille seine Schuld einzugestehen auf seine psychische Störung hindeutet.
Schlafly stellt die richtige Frage: „Gibt es keine Möglichkeit die Regierung für ihr Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen?“
Die Antwort ist Nein.
Mr. Sell könnte genauso gut in den Händen von Stalin oder der Waffen SS oder der US Captors im Abu Ghraib Gefängnis irgendwo im Irak sein. Niemand wird etwas gegen das VERBRECHEN tun, dass die US Regierung Mr. Sell antut.
Niemand wird etwas unternehmen um William R. Strong Jr. zu helfen, einem anderen Opfer dieses herzlosen und ungerechten Systems.
Strong war für 12 Jahre in einem Gefängnis in Virginia wegen der falschen Anschuldigung seine Frau vergewaltigt zu haben. Mr. Strong hat versucht, einen DNA Test zu erreichen, überzeugt dass der Samen der entnommen wurde, nicht der seine, sondern der des Liebhabers seiner unehrlichen Frau wäre.
Aber seit Strong verurteilt wurde, noch vor dem DNA Test, lehnten die Staatsanwälte jede weitere Intervention ab.
Ein weiteres unschuldiges Opfer der „Ungerechtigkeit von Virginia“ ist Chris Gaynor, der, wie meine Nachforschungen ergaben, von einem korrupten Staatsanwalt in Zusammenhang mit einem korrupten Richter, hereingelegt wurde. Sie hatten Gaynors Zeugen eingeschüchtert, nachdem sie einen von ihnen einsperrten. Nur Lügner wurden auf dem Zeugenstand zugelassen. Ich brachte die Fakten durch einen Zeitungsartikel an das Licht der Welt, doch das Gericht in Virginia ließ keine Fakten zu in ihrer „Scheinverhandlung“.
Die Regierung bricht immer das Gesetz. Das sagt auch Richter Andrew P. Napolitano in der aktuellen Ausgabe von „Cato Policy Report“ und in seinem Buch „Constitutional Chaos: What happens when the Government breaks ist own Laws.“ Richter Napolitano zeigt Fälle der Folter, psychischen Missbrauchs, und das Hereinlegen von Unschuldigen, das er als vorsitzender Richter erlebt habe. Jeder Amerikaner der naiv genug ist der Polizei und den Staatsanwälten zu vertrauen, sollte lesen was Napolitano zu sagen hat.
Folter ist zur Routine geworden in amerikanischen Gefängnissen. Das Ziel dieser Folter sind Schuldeingeständisse und falsche Aussagen gegen unschuldige Angeklagte. Die Peiniger haben Erfolg. Napolitano gibt an dass „weniger als 3% von bundesstaatlichen Anklagen waren gut überprüft; der ganze andere Rest plädierte von vorn herein auf „Schuldig“.“
Glaubt jemand etwa wirklich daran, dass die Polizei so gründlich arbeitet, dass 97 von 100 Leuten schuldig sind?
Der hochgeschätzte Kodex: „Unschuldig bis die Schuld bewiesen ist“, gilt nicht mehr für Amerika. Du bist schuldig, wenn du angeklagt wirst. Du wirst gefoltert und missbraucht oder mit weiteren Klagen bedroht bis zu einwilligst zu dem was sie von dir verlangen.
Diane Lori Kleiman ist ein Anwältin, die für das Büro eines Bezirksstaatsanwaltes gearbeitet hat und in der Abteilung für Alkohol, Rauchwaren und Feuerwaffen. Sie sagt dass Staatsanwälte wenig mit den wirklichen Verbrechen am Hut hätten, und sich auf angesehene und berühmte Menschen spezialisieren würden, die ihnen Schlagzeilen ein- und ihre eigene politische Karriere somit in Schwung brächten. Martha Stewart ist eines der Opfer von solcher staatsanwältlischer Ambition, genauso wie Michael Milken, dessen ungerechtfertigte Inhaftierung in eine politische Karriere für Rudy Giuliani mündete.
Kleiman sagt, dass die Ankläger eben auf diese für die Öffentlichkeit hoch interessanten Fälle abzielten. „Es ist nicht unbedingt wichtig, ob es richtig oder falsch ist. Es ist wichtig, den Fall vor Gericht zu bringen und Publicity zu bekommen. Das macht eine Karriere.“
Den Martha Stewart Fall, beurteilt Kleinman wie folgend: „Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mensch mit falschen Aussagen, ohne ihrer Unterschrift oder einem Tonband, das beweist, dass sie diese Aussagen getätigt hat, verurteilt wurde.. Und nicht mal unter Eid.“ Kleiman bezieht sich auf die Geschichte von Amerika, nicht auf jene der Sowjetunion oder der Nazi-Ära; Geschichten die sich allerdings nun in unserem „Unrechtssystem“ widerspiegeln.
Im US-Gerichtssystem ist ein klarer Mangel von Gerechtigkeit und Vertrauen. Es dient einzig und allein dem Nutzen der Ankläger. In Amerika funktioniert das System inzwischen wie in der Stalin Ära: Man holt einfach Leute von der Straße, die plötzlich zu Staatsfeinden werden, einfach weil man sie einsperrt und sie hilflos sind.
Dr. Roberts ist ein Kollege von John M. Olin am Institur für Politische Wirtschaft und Forschungsmitarbeiter am Unabhängigen Institur. Er ist ehemaliger Herausgeber des Wall Street Journals, ehemaliger beitragender Herausgeber des „National Review“, und ehemaliger Assistent der US Treasury. Er ist Co-Author von “The Tyranny of Good Intentions”.