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• Ermittlungsstand und Hintergründe


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Ermittlungsstand und Hintergründe
  
Dienstag, 18. November: Hausdurchsuchung auf Neverland und weiteren Grundstücken

70 Polizeibeamte  durchsuchten 12 Stunden lang Neverland, um Material (z.B. Videobänder, Briefe, etc.) zu finden, dass die Aussage eines 12jährigen Jungen unterstützen würde. Außerdem wurden zwei weitere Grundstücke im Süden Kaliforniens durchsucht, von denen wir nichts wissen. Über die Identität des Jungen oder Inhalt seiner Aussage wurde nichts bekannt.

  
Mittwoch, der 19. November: Pressekonferenz

Am Mittwoch, dem 19. November, gab es auf allen Nachrichtensendern der ganzen Welt kein anderes Thema mehr als die Vorwürfe gegen Michael Jackson. Vorwürfe? In der Tat erschien es mehr so, als hätten sich die Medien ihr Bild schon gemacht, als wäre Michael Jackson schon schuldig gesprochen und verurteilt worden. In Wahrheit jedoch wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Anklage gegen Michael erhoben.

 Am späten Mittwochmorgen sollte eine live in alle Welt übertragene Pressekonferenz Licht in das Dunkel bringen. Hier sahen wir einen alten Bekannten wieder: Thomas W. Sneddon, Bezirksstaatsanwalt von Santa Barbara, der schon damals die Ermittlungen leitete und, zu seiner Enttäuschung, aufgrund mangelnder Beweise keine Anklage erheben konnte. Für Michael diente Sneddon seit der Ereignisse von 93/94 immer als Feindbild, mit dem er alles Leid, was ihm zu dieser Zeit wiederfuhr, in Verbindung brachte. Später, auf dem 1995er Album HIStory, gelangte Thomas Sneddon zu der seltenen (und in seinem Fall ungewollten) Ehre, einen Song nach ihm benannt zu bekommen. In „D.S.“ wütet ein offensichtlich sehr verletzter Michael Jackson: „Er will meinen Hintern, tot oder lebendig. Er will mich völlig unerwartet treffen und fertig machen.“ Das dürfte Sneddon mit der Razzia diesmal geschafft haben.

Wie sehr es Sneddon in Rage versetzte, damals nichts erreicht zu haben, machte er mit einem Kommentar direkt zu Beginn der Konferenz deutlich: „Wir haben nach dem Jackson-Fall die Gesetze geändert; nun kann ein Opfer zur Aussage gezwungen werden, das war damals nicht der Fall!“  Darüber hinaus trat er zu Anfang auch Michaels Statement entgegen, diese Art von Gerüchten tauchten immer dann auf, wenn er gerade ein neues Projekt, ein Video, oder eine CD veröffentlichte (tatsächlich wurde Michaels neue CD Number Ones am Montag veröffentlicht, also einen Tag vor der Durchsuchung der Neverland – Ranch).  „Als wenn der Sheriff und ich seine Musik mögen würden“, mokierte sich Sneddon und versicherte, von dem Erscheinungsdatum der CD nichts gewusst zu haben: „Wir hätten schon vor Tagen eingreifen können“.
Am Ende der Pressekonferenz, um deren weiteren Inhalt es gleich gehen wird, gab es für die anwesenden Journalisten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Einige der Fragen betrafen Michael’s Kinder (u.a. was wird mit ihnen geschehen; sicherlich wird man ihnen nicht erlauben, bei einem Mann zu leben, der in einem so schlimmem Verdacht steht?), andere aber auch die Motive Sneddons („Ist es wahr, dass das Ihr letzter Fall vor der Rente ist? Sie wollten Jackson doch schon vor Jahren an den Hals?“).

Warum wird gegen Michael ermittelt? Laut Sneddon hat Michael gegen der Paragraphen 288(a) des kalifornischen Gesetzbuches verstoßen, der unanständige und schlüpfrige Handlungen mit einem Kind unter 14 Jahren verbietet. Verstöße gegen dieses Gesetz werden mit 3 bis 8 Jahren Gefängnis geahndet.  Sneddon betont auch, dass wegen „multiple counts“ ermittelt wird. Das heißt, dass es entweder mehrere „Opfer“ gibt, oder dass wegen mehrerer Verstöße gegen diesen Paragraphen an einem „Opfer“ ermittelt wird.

Der Unterschied zwischen sexuellem Missbrauch und sexueller Belästigung: Um es noch einmal ganz klar und deutlich zu sagen: Michael wird sexuelle Belästigung, nicht sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Unterschied ist der, dass sexueller Missbrauch auch den Tatbestand der Vergewaltigung mit einschließt. Um vom sexuellen Missbrauch sprechen zu können, muss es also zur Penetration, zum Sex gekommen sein. Michael wurde und wird nicht wegen sexuellem Missbrauch angeprangert, sondern wegen sexueller Belästigung (z.B. unanständige Berührungen, Küsse, etc). Schlagzeilen wie etwa „Kindersex“ (BILD, Deutschland) sind also nicht nur unangebracht, geschmacklos und irreführend, sondern auch falsch!

Sneddons Forderung: Michael soll sich innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, die nicht näher benannt wird, der Polizei und den Anschuldigungen stellen. Tut er das freiwillig, so kann er gegen eine Kaution von 3 Millionen Dollar und Aushändigung seines Reisepasses wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

  
Donnerstag, 20. November: Michael Jackson stellt sich

Am frühen Donnerstag nachmittag fliegt Michael von Las Vegas, wo er momentan ein Musikvideo dreht, nach Los Angeles, um sich den Behörden zu stellen. Noch am Flughafen wird er verhaftet, in Handschellen gelegt, und ins örtliche Gefängnis gefahren, wo Formalitäten (Fingerabdrücke, Fotos, Personalien) erledigt werden und ihm die Anklageschrift verlesen wird. Es wird entschieden, dass er am 9. Januar dem Haftrichter vorgeführt werden soll. Michael zahlt die Kaution, gibt seinen Pass ab und wird wieder auf freien Fuß gesetzt. Er darf allerdings das Land nicht verlassen und muss weiter mit der Polizei in Kontakt bleiben. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wirkt er äußerlich gefasst. Er winkt seinen Fans zu, zeigt das Victory-Zeichen und fliegt wieder nach Las Vegas, um seine Arbeit fortzusetzen.

  
Donnerstag, 20./Freitag, 21./Samstag, 22./: Die Rezeption der Pressekonferenz

In einer CNN Sendung zeigen sich Prominente, Anwälte und Normalsterbliche entsetzt über die Art und Weise, wie die Dinge im Fall Michael gehandhabt werden: Eine Anwältin prophezeit, dass sich Thomas Sneddon und die Staatsanwaltschaft keinen Gefallen getan haben mit der Art, wie die Pressekonferenz geführt und Jackson weiterhin behandelt  wurde. Sie bemängelt insbesondere, dass sowohl Sneddon als auch der Sheriff sich öffentlich über Michael lustig gemacht hätten – nicht gerade die feine Art einer ordentlichen Gegenpartei. Des weiteren habe Sneddons Aufruf, weitere Opfer Michaels mögen sich melden, sehr unseriös gewirkt und sei gerade dazu prädestiniert, Trittbrettfahrer anzuziehen.

Generell ist man sich außerdem einig, dass es völlig unnötig war, einem sich freiwillig Stellenden, offenbar ungefährlichen Mann, bei dem aufgrund seines Bekanntheitsgrades keinerlei Fluchtgefahr besteht, Handschellen anzulegen und ihn derart öffentlich vorzuführen. Einige befürchteten darüber hinaus, dass am Fall Jackson ein Exempel statuiert werden soll, dass der Öffentlichkeit zeigen soll, dass Prominente genauso behandelt werden wie jeder andere auch – und das eventuell auch auf Michaels Kosten.

Michael Jackson, soviel scheint sicher, sollte absichtlich öffentlich gedemütigt und herabgewürdigt werden. Das öffentliche Echo zeigt soweit, dass sich die Staatsanwaltschaft damit vielleicht wirklich ein Eigentor geschossen hat, denn die breite Öffentlichkeit scheint nicht befriedigt, sondern eher entsetzt zu sein. Man ist sich darüber einig, dass Michael Jackson in Handschellen und ins Gefängnis gehört, wenn seine Schuld bewiesen ist - aber nur dann!

  
Ex-Mann entkräftet die Vorwürfe der Mutter des angeblichen Opfers

Um der Weltpresse ein gutes Beispiel zu geben, wollen wir hier keine näheren Angaben zur Identität des „Opfers“ machen; die meisten wissen ohnehin schon, um wen es sich handelt. Noch unbestätigten Gerüchten zufolge bröckeln die Vorwürfe schon, da der Vater des Jungen öffentlich klargestellt hat, dass er nicht glaube, dass Michael Jackson seinem Sohn etwas angetan habe. Er äußerte starke Zweifel am Geisteszustand seiner Ex-Frau.

  
Buch mit neuen Erkenntnissen über den Fall von 1993?

Darüber hinaus wurde bekannt, dass für Januar 2004 ein Buch geplant ist, dass die Hintergründe der Chandler-Affäre von 1993/94 näher beleuchtet und dass Michaels Unschuld beweisen soll.

  
Michael Jackson seine Kinder entziehen

Unterdessen fordert Gloria Allred, die 1993 Jordan Chandler vertreten wollte, dann aber Ihr Mandat aufgegeben hat, dass Michael seine Kinder entzogen werden. Für diese Forderung gibt es viel Unterstützung und Zuspruch. Inwieweit schon ein Verfahren diesbezüglich läuft, kann man unmöglich sagen, da sich die amerikanischen Behörden in solchen Angelegenheiten äußerst bedeckt haben. Auf CNN jedenfalls sagte eine Anwältin, dass Michael gut daran täte, die Kinder vorerst nicht auf kalifornischen Boden zu bringen, sondern in Las Vegas (Bundesstaat Nevada) zu belassen, denn dort haben kalifornische Beamte kein Vollzugsrecht.

  
Illegale Videoaufzeichnung des Fluges zu Michaels Auslieferung nach Santa Barbara

Wie außerdem bekannt wurde, hat die Fluggesellschaft mit der Michael am Donnerstag von Las Vegas nach Santa Barbara flog, um sich zu stellen, Michael heimlich auf dem Flug gefilmt. Die Bänder, die u.a. Unterhaltungen zwischen Michael und seinen Anwälten enthalten, wurden unterdessen schon mehreren TV-Sendern zum Kauf angeboten. Glücklicherweise bemerkten Michael und seine Anwälte dies rechtzeitig und erhoben Anklage gegen die Fluggesellschaft. Zu diesem Zeitpunkt (Donnerstag, der 27.) ermittelt das FBI, inwieweit die Aktionen der Gesellschaft gegen bestehende Gesetze verstoßen.

  
Offizielle Website

Da täglich neue Gerüchte und Geschichtchen auftauchen, hat Michael sich entschieden, eine offizielle Webseite zu starten, auf der er zu den aktuellen Geschehnissen und Entwicklungen Stellung nimmt. mjjsource.com war bis kurz nach dem Ende des Prozesses online und existiert mittlerweile nicht mehr.

  
13.01.2004: Verteidigung erhält eine Kopie des Haftbefehls

Richter Melville wies Staatsanwalt Thomas Sneddon an, Michael Jacksons Verteidigungsteam eine Kopie des Durchsuchungsbefehls  zu übergeben, der die Behörden am 18.November zu einer Durchsuchung der Neverland Ranch in Los Olivos berechtigte. Weiterhin bewilligte er ein Gesuch beider Seiten, Dokumente, die unmittelbar mit dem Durchsuchungsbefehl zusammenhängen, bis zur "Anhörung in dieser Sache" zu versiegeln. Die Anhörung ist auf Freitag festgesetzt.

Richter Melville hat bisher dem am 06. Januar eingereichten Antrag des Staatsanwalt, eine "Gag Order" zu verhängen, noch nicht entsprochen. Als Grund für diesen Antrag gab Sneddon das immense Medieninteresse in diesem Fall an.

  
 Freitag, 16. Januar: Erste Anhörung in Santa Barbara 
 Zu seiner ersten Anhörung im Gerichtsgebäude von Santa Barbara, die ursprünglich um 9.30 Ortszeit beginnen sollte (17.30 MEZ) kam Michael Jackson gut 20 Minuten zu spät. Er wurde von tausenden Fans, Schaulustigen und Reportern begrüßt, die seine Ankunft mit Spannung erwartet hatten. Michael machte einen gefassten, selbstbewussten Eindruck, als er sich langsam seinen Weg durch die Masse bahnte. Trotz der Verspätung nahm er sich viel Zeit, um die Fans zu grüßen und Hände zu schütteln.

Im Gerichtssaal wurde er zuerst von Richter Melville für seine Verspätung gerügt, die als Beleidigung des Gerichts bewertet wurde. „Sie haben bei mir gleich am Anfang schon einen schlechten Eindruck gemacht“, so Richter Melville. Nachdem die Anklage verlesen wurde (Belästigung eines Kindes unter 14 Jahren in sieben Fällen, zweimal unter Verabreichung von Alkohol) bekannte sich Michael „nicht schuldig“.Michaels Familie, darunter auch seine Eltern und seine Schwester Janet, stand ihm zusammen mit zahlreichen anderen engen Freunden unterstützend zur Seite.

Nach der Anhörung, die insgesamt über zwei Stunden dauerte, verließ Michael das Gerichtsgebäude und nahm sich wiederum viel Zeit für die wartenden Fans. Abschließend stieg er sogar auf sein Wagendach, zeigte das Victory-Zeichen und verteilte Handküsschen.
Sein ganzes Verhalten schien darauf ausgerichtet zu sein, zu demonstrieren, dass er sich nicht unterkriegen lassen will und siegreich aus diesem Fall hervorgehen wird. Auf der anderen Seite aber könnte es von einigen Leuten auch als eine weitere demonstrative Missachtung des Gerichts gedeutet werden. Die Reaktionen der Massenmedien unmittelbar danach machten jedenfalls deutlich, dass sie Jacksons Verhalten als Provokation sahen.

Für Michaels Fans jedenfalls ging der Tag positiv aus: Da Michael tief von ihrer Unterstützung berührt war, lud er sie zu Erfrischungen nach Neverland ein, um sich von den Strapazen des Vormittages zu erholen. Michael selbst jedoch war nicht anwesend.

Überraschenderweise wurde nach der Anhörung nicht sofort ein Termin für den Prozessauftakt ausgemacht, sondern Richter Melville setzte eine zweite Anhörung für den 13, Februar an. In dieser zweiten Anhörung soll dann entschieden werden, ob genügend Beweismaterial für einen Prozess vorhanden ist. Ist dies der Fall, wird der Prozess selbst wahrscheinlich erst im Sommer/Spätherbst beginnen, da auch noch Geschworene ausgewählt werden müssen und andere Formalitäten zu erledigen sind.
 
  
16.01.04: Neuer Anwalt im Jackson Team ist ans Rampenlicht gewöhnt

Benjamin Brafman, 55, von der Manhattener Anwaltskanzlei Brafman & Ross, wird Michael Jackson's Verteidigungsteam ab sofort unterstützen. Brafman ist auf nationaler Ebene am besten für seine Verteidigung von Sean "P. Diddy" Combs bekannt, für den er 2001 in Sachen Waffenbesitz und Bestechung einen Freispruch erwarb  Brafman wurde mit Hilfe von Johnie Cochran angeheuert, der den ehemaligen Sportler O.J. Simpson in dessen Mordprozess vertrat.

  
16.01.2004: Seltsamer Beginn im Jackson Fall

Der erste Tag im Jackson-Fall war von vielen Überraschungen geprägt. Jackson kam 21 Minuten zu spät und handelte sich dafür eine Ermahnung des Richters wegen Missachtung des Gerichts ein. "Mr. Jackson, Sie haben hier auf dem falschen Fuß angefangen", sagte Richter Melville wörtlich und warnte den prominenten Angeklagten, dass nächte Mal pünktlich zu erscheinen.

Die Anhörung begann mit der Verlesung der Anklage (sieben Anklagepunkte betrafen die Belästigung eines Kindes unter 14 Jahren, zwei Anklagepunkte bezogen sich auf das Verabreichen von Alkohol an Minderjährige). Jackson plädierte in allen Punkten auf "nicht schuldig". Er sprach leise, aber fest, guckte geradeaus und zeigte keinerlei Gefühlsregung während der Richter verschiedene Anträge behandelte.  

Die Anhörung dauerte keine zwei Stunden. Jacksons umjubelter Abgang sorgte für Irritationen beim Richter und für Chaos auf den Straßen vor dem Gerichtsgebäude, da etwa 1500 Menschen (Fans und Medienvertreter aus aller Welt) sich hier versammelt hatten.

  
03.02.2004: Behörden beschlagnahmen Computer und Videobände auf Neverlandranch

Wie jetzt bekannt wurde, wurden während der Durchsuchung Neverlands im November unter anderem Videobänder, Computer, Notizen und ein Brief beschlagnahmt. Einige dieser Dokumente wurden in Jacksons Badezimmer gefunden und sind bisher nicht näher beschrieben worden.  Nach einem Urteil des vorsitzenden Richters wird es keine Liste der meisten beschlagnahmten Artikel geben. Aus den Unterlagen geht jedoch hervor, dass ein Schlüsseldienst Jacksons Badezimmer aufbrechen musste. Die Schlüssel zu dem Zimmer wurden dann später in einem Safe gefunden. Der Brief  wurde auf Jacksons Nachttisch gefunden. Darüber hinaus wurden in einem Schrank noch Zeitschriften und ein Terminkalender entdeckt.

  
14.02.2004: Richter setzt Prozessbeginn auf Ende 2004 fest

Richter Melville sagte Freitag, dass der Prozess gegen Michael Jackson gegen Jahresende beginnen solle. In Verlauf der vorprozesslichen Anhörung, der Jackson mit Erlaubnis des Richters fern blieb, äußerte Melville, dass er persönlich mit dem Prozess noch vor Ende 2004 beginnen möchte, obwohl er sich nicht sicher sei, dass das wirklich passiere.

Bevor Jackson sich einem Prozess stellen muss, steht im eine vorbereitende Anhörung zu, im Verlauf derer dann geklärt werden soll, ob genügend Beweise vorliegen, um einen Prozess zu rechtfertigen. Der Richter hat  bisher noch kein Datum für eine solche Anhörung festgesetzt, aber beide Parteien für den 02.April 2004 vorgeladen. Eine weitere Komplikation entsteht dadurch, dass Jacksons Hauptanwalt, Mark Geragos, auch Scott Peterson vertritt, dessen Doppelmordprozess Ende März/April beginnen soll und wahrscheinlich bis zu sechs Monaten in Anspruch nehmen wird.

  
25.03.2004: Mögliche Juroren erscheinen im Gerichtsgebäude

Donnerstag erschienen dutzende potentielle Mitglieder der "Grand Jury" in einem Versammlungszimmer, so dass die Justizbeamten nun mit der Auswahl derjenigen anfangen konnten, die dann über die Beweislage und damit einen möglichen Prozess gegen Jackson entscheiden werden. Obwohl man sich von offizieller Seite um strengstes Stillschweigen über die Aktivitäten der Grand Jury bemühte, trafen dennoch zahlreiche Reporter und Fernsehteams Stunden vor den potentiellen Grand Jury - Mitgliedern ein.

  
22.04.2004: Michael Jackson in Kalifornien angeklagt

Michael Jackson wurde am Mittwoch von einer Grand Jury, die Anschuldigungen gegen den Pop Star untersucht hatte, angeklagt. Die Grand Jury - Sitzungen wurden durch Staatsanwalt Tom Sneddon unter außerordentlicher Geheimhaltung durchgeführt. Mark Geragos, Jacksons Hauptanwalt, ist durch eine strenge Gag-Order gebunden und verweigerte jeden Kommentar, der über ein bereits geschriebenes Statement Jacksons hinausging. Aus dem Statement geht auch hervor, dass Jackson im Falle einer Grand Jury - Anklage in einer auf  den 30.April angesetzten Anhörung vor Gericht auf "nicht schuldig" plädieren wird.

"Mr. Jackson und seine Anwälte sind zuversichtlich, dass Michael nach einem Prozess von jeglichem Zweifel  an seiner Unschuld frei sein wird und dass außerdem gezeigt wurde, dass die in der Anklage enthaltenen Anschuldigungen absolut falsch  
sind. Michael freut sich auf diesen Tag und möchte den Millionen Fans weltweit danken, die ihn auch in dieser schwierige Phase unterstützen."

  
26.04.2004: Jackson ersetzt zwei seiner Hauptanwälte

Michael Jackson's beiden Hauptanwälte haben zwei Tage nach der Anklage durch die Grand Jury  ihr Amt niedergelegt. Für diesen Schritt gaben sie keine Gründe an, betonten aber, dass sie Michael Jackson alles Gute wünschten und hofften, dass sein guter Ruf nach Prozessende wieder hergestellt sein werde. Sie planen aber trotzdem, bei der Anhörung am Freitag, in der Jackson auf "nicht schuldig" plädieren wird, anwesend zu sein.

  
30.04.2004: Jackson plädiert "nicht schuldig"

Im Kindesbelästigungsfall gegen Michael Jackson haben sich überraschende neue Entwicklungen ergeben. Der Anklage gegen den Star wurden neue Anklagepunkte hinzugefügt: Verschwörung mit dem Ziel der Kindesentführung, Erpressung und Freiheitsberaubung. Jackson, der verglichen mit seinem Auftritt vor Gericht im Januar seriös und ernst wirkte, plädierte in allen Anklagepunkten auf "nicht schuldig".  Nähere Informationen zum Verlauf der Sitzung  waren nicht zu bekommen. Richter Melville merkte aber an, dass er Details zu den neuen Anklagepunkten oder Protokolle der Grand Jury-Sitzungen aus Rücksicht auf die Identität des angeblichen Opfers nicht veröffentlichen werde. Außerdem wolle er mit einem solchen Vorgehen sicher stellen, dass Jackson einen fairen Prozess bekomme.

  
28.05.2004: Prozessdatum festgesetzt auf den 13. September 2004

Richter Melville hat am Freitag den Prozessbeginn gegen Michael Jackson auf den 13. September 2004 festgesetzt. Er betonte aber, dass dieses Datum verschoben werden könne, sofern ihm die Anwälte einen guten Grund für eine Verzögerung nennen könnten. Melville sagte außerdem, dass er später ein Urteil bezüglich Jacksons Antrag, seine Kaution von 13 Millionen US Dollar  zu senken, fällen werde. Die Gegenseite behauptet, eine so hohe Kaution sei notwendig, da Fluchtgefahr bestehe. Jacksons Anwälte argumentieren dagegen und betonen, dass keine Fluchtgefahr bestehe und Jackson auch keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle. Er solle daher die gleiche Kaution bekommen wie jeder andere in seiner Situation auch.

  
26.06.2004: Anwaltsorganisation prangert Geheimniskrämerei im Jackson-Fall an

Eine Anwaltsorganisation fodert mit Verweis auf den ersten Paragraphen der amerikanischen Verfassung, mit der Geheimniskrämerei im Falle Jackson aufzuhören und der Öffentlichkeit unter anderem auch Einsicht in die Grand Jury-Protokolle zu gewähren. Die Grand Jury hatte Jackson offiziell angeklagt. Richter Melville hat den Fall bisher unter einer solchen Verschwiegenheit gehalten, dass noch nicht einmal die genaue Art der Anklagen klar ist. Melville reagierte mit Ärger und Unverständnis auf die Forderung. Jackson selbst war bei der Anhörung nicht anwesend.

  
5.11.2004: Richter lehnt Antrag auf Absetzung des Staatsanwalts ab

Am Dienstag lehnte Richter Melville den Antrag von Jacksons Verteidigung ab, Staatsanwalt Tom Sneddon von dem Fall abzuziehen. Melville begründete seine Entscheidung damit, dass keinerlei Beweise vorlägen, dass Sneddon übereifrig oder missbräuchlich gehandelt habe. Jacksons Anwälte hätten hierfür und auch für einen Interessenkonflikt des Staatsanwalts keine Beweise vorlegen können. Melville beschwichtige Jacksons Anwälten mit den Worten: "Falls er während des Prozesses zu übereifrig scheint, werde ich mich darum kümmern." Weder Jackson noch seine Familie war bei der Anhörung anwesend.

  
07.12.2004: Polizei entnimmt Jackson bei erneuter Durchsuchung Neverlands DNA

Mit mindestens 60 Polizisten wurde am Freitag erneut Jacksons Neverland-Ranch bei Santa Barbara durchsucht. Eine erste Durchsuchung hatte bereits am 18.November 2003 stattgefunden. Deshalb und da Jackson schon Anfang des kommenden Jahres u.a. wegen angeblicher Kindesbelästigung vor Gericht stehen wird, war diese zweite Durchsuchung sehr überraschend. Am darauffolgenden Tag entnahm man Jackson mit einem Wattestäbchend eine DNA-Probe aus dem Mund.  

Der Prozessbeginn gegen Jackson ist auf den 31. Januar 2005 festgesetzt. An diesem Tag startet die Jury-Auswahl, die ungefähr circa. 4 Wochen in Anspruch nehmen wird. Nach Expertenaussagen kann der Prozess zwischen 4 und 5 Monaten dauern.

 
 
 

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