| Vergesst nie, einen Brief oder eine E-Mail formell zu gliedern, also: • zunächst einmal beginnt ihr links in der 5. Zeile mit eurer Adresse, also dem Absender. • In dieselbe Zeile, in die ihr euren Nemen schreibt, kommt auch das Datum, nur ganz am rechten Rand. Die neue Regelung besagt, dass das Datum immer rückwärts angegeben wird. Zum Beispiel schreibt man den 26.November 2000 so: "2000 - 11 - 26". • dann 7 Zeilen freilassen und danach die Empfängeradresse angeben. Hier ist aber zu beachten, dass zwischen der Straße bzw. dem Postfach der Empfängeradresse und der Postleitzahl mit Stadt eine Zeile frei bleibt. • dann wieder 4 Zeilen frei lassen und danach der Betreff, also z.B. "Kritik zu Ihrem letzten Artikel vom 00.00.2000 über Michael Jackson". Hier ist es wichtig, dass man sofort erkennt, worum es geht. Es müssen sich alle wichtigen Daten im Betreff wiederfinden, also um was es sich handelt: Kritik und eine nähere Beschreibung wie Quelle (Zeitung), Zeit (Artikel vom...), evtl. auch Ort, wenn ihr eine Kritik über ein bestimmtes Geschehnis schreiben wollt. Hinweis: das Wort "Kritik" hat nicht immer nur negative Bedeutung, kann also auch bei Lob verwendet werden. • wieder 3 Zeilen freilassen und dann die Anrede, z.B. „Sehr geehrte Damen und Herren,“. Wenn der Ansprechpartner bekannt ist, wird dieser Name verwendet. Z.B. "Sehr geehrter Herr Tannenbaum". • danach nochmals eine Zeile frei lassen, erst dann beginnt Ihr mit dem eigentlichen Brief. - Schreibt in einer kurzen Einleitung, dass ihr eure freie Meinung äußern wollt und dies auch euer gutes Recht ist. - Es wäre sinnlos und noch dazu peinlich, mit Beschimpfungen und dergleichem zu arbeiten, denn so lasst ihr euch nur auf genau das Niveau der Schmutzpresse herunter und könnt nichts Konstruktives bewirken. - Argumentiert mit Fakten, Hintergründen und objektiven Beispielen! Gebt euch seriös und macht euren Standpunkt deutlich klar. Formuliert die Sätze nicht zu kompliziert und schreibt lieber zwei kurze, als einen langen schwierigen Satz. Jeder Satz sollte eine Aussage haben und auf keinen Fall mit „Ich finde es blöd, dass...“ begonnen werden. Den Ausdruck der eigenen Meinung kann man auch mit allgemeineren Formulierungen angehen, wie z.B. „Es ist nicht rechtmäßig, dass...“, etc. - Stellt euch für weitere Fragen und Antworten bereitwillig zur Verfügung. Damit verleiht ihr euren Aussagen mehr Kraft und Sicherheit und vermittelt einen glaubwürdigen Eindruck bei der Redaktion. • dann wieder eine Zeile frei lassen und dann verabschiedet ihr euch mit einer Grußformel, z.B. "Mit freundlichem Gruß". Hinweis: Wenn es eine negative Kritik ist, versucht abzuwägen, ob es besser ist, etwas wie "Ich verbleibe..." oder Ähnliches an den Schluß zu setzen, da dann eine freundliche Grußformel wohl unpassend wäre. • Unterschrift: nachdem ihr wieder 3 Zeilen freigelassen habt, kommt euer (maschinell ausgeschriebener) Name. Nicht vergessen: Innerhalb der drei freigelassenen Zeilen unterschreibt ihr dann nachher per Hand auch nochmals! Lasst Euch z.B. von der BILD-Zeitung niemals dadurch entmutigen, dass Ihr immer den gleichen Antwortbrief erhalten werdet (falls überhaupt). Auf diese Weise erfahrt Ihr zwar keine konstruktive Resonanz, aber wenigstens könnt Ihr so sichergehen, dass sie Euren Brief zur Kenntnis genommen haben und zumindest den Betreff gelesen haben. Wenn das jetzt sehr theoretisch war, dann könnt ihr alles nochmals an zwei konkreten Beispielen nachlesen. Klickt hier: |
M. Mustermännchen 2000 - 11 - 01 Musterstraße 200 300 Muster-Michaelfreundestadt Muster-Zeitung Muster Verlag AG Brieffach 0000 100 Muster-Anti-Michaelstadt Ihr Artikel vom 30.10.2000 "Hi Michael, wie hast du dich verändert!" Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns ehrlich gefreut, endlich einmal (wieder) einen positiven Beitrag über Michael Jackson in Ihrer Zeitung zu lesen. Denn es genügt nicht, immer nur negative Schlagzeilen zu verbreiten, wie es gerade bei diesem Künstler einfach zu oft der Fall ist. Denn manchmal ist es doch leichter, etwas Positives zu finden als immer wieder Skandale auszugraben, oder? Vor allem, weil sich Michael Jackson wirklich sehr, sehr viel für wohltätige Zwecke einsetzt.
Wir würden uns freuen, in Zukunft mehr derartige Berichte in Ihrem Blatt lesen zu können. Mit freundlichen Grüßen Muster Michael-Jackson-Freunde |
M. Mustermännchen 2000 - 11 - 25 Musterstraße 200 300 Muster-Michaelfreundestadt Muster-Zeitung Muster Verlag AG Brieffach 0000 100 Muster-Anti-Michaelstadt Ihr Artikel vom 24.11.2000 "Englischer Schönheitschirurg: Michael Jackson - Wird er langsam eine Frau?" Sehr geehrte Damen und Herren, langsam wird es wirklich uninteressant, diese Dinge zu lesen. Es ist völlig egal, wie ein Mensch aussieht. Und ob er eine Geschlechtumwandlung machen will oder sich die Ohren an die Zehen nähen lassen will, ist ganz alleine seine Sache. Außerdem haben Sie erst vor kurzem doch ausnahmsweise einen ordentlichen Bericht über diesen Star gebracht. Darin hieß es, Michael Jackson hätte sich geändert und sei plötzlich menschlicher und zugänglicher geworden. Auf meine positive Rückmeldung hin, kam auch sofort ein „vielen-Dank-für-Ihr-Interesse-an-unserem-Blatt-Brief“ zurück. Auf kritischen Anmerkungen wurde allerdings noch niemals reagiert. Das finde ich doch ein wenig seltsam. Und jetzt deutet ein Bart plötzlich wieder auf eine Geschlechtsumwandlung hin. Warum dann das?! Außerdem sind Beleidigungen als Weihnachtskarpfen und all diese Dinge ziemlich primitiv. Leser, die ein wenig nachdenken, werden sich irgendwann überlegen, ob sie solche niveaulosen Blätter überhaupt noch kaufen sollen. Ich tue das schon längst nicht mehr. Aber wenn Sie diese Art der Berichterstattung für nötig halten...
Ich verbleibe Muster Michael-Jackson-Freund |