Donnerstag, 20. Juni 2013 View this page in English / Diese Seite auf Englisch   
Michael talks: Interviews


• Der Michael Jackson den keiner kennt - 1984 (Ebony) • Michael’s Interview mit Ebony und Jet - 1992
• Simulchat - 1995
• Molly Meldrum Interview - 1996 • VH-1-Interview - 1996
• OK - 1997 (mit Debbie Rowe) • 20/20 -  1997 (Barbara Walters)
• The Mirror Interview - 1999 (Piers Morgan)
• “The Man In the Mirror” TV-Guide - 2001
• Online Audio Chat - 2001 (Anthony DeCurtis) • VIBE Interview - 2002 (Regina Jones)
• Gold Magazine - 2002 • Globe Magazine - 2002
• Die Privaten Heimvideos - 2003 • CBS-60 minutes - 2003 (Ed Bradley)
• At Large with Geraldo - 2005 (Geraldo Rivera) • Radio Interview - 2005 (Jesse Jackson)


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'Ebony'-Interview: Der Michael Jackson, den niemand kennt (1984)

Der bewegliche und faszinierende Anführer der Jacksons, deren Victory Tour 1984 das größte Publikum anzog und somit die meisten Konzertkarten in der Geschichte des Showbusiness verkaufte, Michael Jackson ist ein außergewöhnlicher Mensch, der in keine Schublade gesteckt werden kann.

Obwohl er schon seit über 20 Jahren sein außerordentliches Talent beweist und an der Spitze steht, wurde der 26-jährige Sänger/Songschreiber/Tänzer und Schauspieler nicht als Super-Super-Star wahrgenommen bis sein Album 'Thriller' den Status der bestverkauften LP aller Zeiten erreichte. Seitdem wurde über ihn viel geschrieben, aber der Mann hinter dem Superstar ist immer noch ein Mysterium und ein Medienrätsel.

Der Michael Jackson der weißen Medien, der meistens durch Klatsch, Gerüchte, Hype und sogar auch Verleumdungen beschrieben wird, ist nicht der Michael Jackson, den ich gesehen habe und von dem ich bis jetzt berichtet habe, seitdem er 1970 aus seiner Anonymität aus der Stahlstadt Gary, Indiana hervorgetreten ist. Dieser Michael Jackson — der Michael Jackson, den keiner kennt — ist warmherzig, sensibel, lebhaft, und sich den Geheimnissen des Lebens, sowie dem Wunder und der Magie von Kindern vollkommen bewusst. Vor einigen Monaten erzählte er mir, dass ihn die Wellen voller Lügen in der weißen Presse sehr erschöpft haben.

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Was er sagte wurde schließlich durch das ungewöhnliche und aufdeckende Statement reflektiert, das er auf einer Pressekonferenz durch seinen Manager Frank Dileo herausgeben ließ:

„Seit einiger Zeit plagt mich mein Gewissen und ich habe mich gefragt, ob ich öffentlich auf die vielen Unwahrheiten, die über mich verbreitet wurden reagieren soll, oder nicht. Ich habe mich für diese Stellungnahme entschieden, die begründet ist durch die Ungerechtigkeit all dieser Behauptungen und den weit reichenden traumatischen Einfluss, den sie auf die Personen ausüben, die mir nahe stehen und die darunter leiden.
Ich fühle mich sehr glücklich darüber, dass meine Leistungen mit Anerkennung gesegnet wurden. Diese Anerkennung bringt aber auch eine Verantwortung gegenüber allen weltweiten Bewunderern mit sich. Künstler sollten immer als Vorbilder gelten, die ein positives Beispiel für junge Menschen darstellen. Es macht mich traurig, dass so viele Menschen die momentane Aufregung um die falschen Anschuldigungen tatsächlich glauben können.
Um das zu beenden und ich meine wirklich zu beenden:

Nein! Ich habe niemals Hormone genommen um meine hohe Stimme beizubehalten.

Nein! Ich habe mir niemals meine Wangenknochen in irgendeiner Weise verändern lassen.

Nein! Ich hatte nie kosmetische Operationen an meinen Augen.

Ja! Eines Tages, in der Zukunft plane ich zu heiraten und eine Familie zu haben. Jegliche Aussagen über das Gegenteil sind vollkommen falsch.

In Zukunft, sobald neue Fantasiegeschichten über mich geschrieben werden, habe ich gegenüber meinen Rechtsanwälten meine Bereitschaft erklärt, rechtliche Schritte einzuleiten und anschließend die Schuldigen, soweit es das Gesetz zulässt strafrechtlich zu verfolgen.
Wie bereits schon erwähnt wurde, liebe ich Kinder. Wir alle wissen, dass Kinder sehr leicht beeinflussbar sind und daher besonders anfällig für solche Geschichten sind. Ich bin davon überzeugt, dass einige durch diese schrecklichen Verleumdungen schon verletzt wurden. Im Zusammenhang mit ihrer Bewunderung, möchte ich mich weiterhin darum bemühen ihren Respekt zu erhalten.”


Michael Jospeh Jackson, dessen zweiter Name der Vorname seines Vaters ist, verdiente sich seinen Respekt auf altmodische Weise — genau auf diesem Weg verdiente er sich auch den Titel ‘Der weltgrößte Entertainer’.

Sein Album 'Thriller' verkaufte über 35 Millionen Kopien und ein Ende ist nicht in Sicht. Er verdient schätzungsweise 2 Dollar von jedem verkauften Exemplar, dessen Gesamtpreis bei 5 Dollar liegt und somit hat er über 70 Millionen Dollar durch die weltweiten Verkäufe auf seinem Konto angesammelt.

Er organisierte und ist nun der führende Kopf von verschiedenen Körperschaften, die seine geschäftlichen Beziehungen regeln, einschließlich ‘Michael Jackson, Inc.’, welche über die Profite seines Albums und über die Patentrechte seiner Videos wacht; ‘Experiments In Sound’, welche sich mit den neuen Technologien der Tonaufnahme beschäftigt und ‘Optimum Productions’, welche seine Musikvideos und verschiedene Videoversionen von andere Künstlern produziert.

Er ist der Topgewinner von Musik- und Videoverleihungen, denn wie nie zuvor erhielt er acht ‘American Music Awards’, brach mit seinen acht ‘Grammy Awards’ sämtliche Rekorde und gewann den ‘MTV Video Award’.

Liebe war der Grund für Michael einer der härtesten Tourneen seine Karriere durchzuhalten. Doch auch wenn die ‘Victory-Tour’ der Jacksons wahrscheinlich über 70 Millionen Dollar einbringen wird, performte er nicht aus Liebe zum Geld. Er sagte, es sei die Liebe zur Familie, seinen Fans und ausgewählten Wohltätigkeitsorganisationen. Obwohl sich herausstellte, dass seine Eltern, die die Tour mit Hilfe von Boxpromoter Don King organisiert haben, voraussichtlich jeweils fünf Millionen Dollar und jeder Bruder von Michael schätzungsweise 7,5 Millionen Dollar verdienen könnten, hat Michael bekannt gegeben, dass er seinen Gewinn aus den Konzerteinnahmen für drei wohltätige Organisationen spenden wird. Diese sind der ‘United Negro College Fund’ (UNFC), ‘Camp Good Times’ für unheilbar kranke Kinder und die ‘T.J. Martell Foundation’, die Leukämie und Krebs erforscht.

Außerdem soll der Erlös eines besonderen Albums mit dem Titel ‘Let’s Beat It’ an eine wohltätige Organisation gehen. Er begründet sein Vorhaben und sagt, dass Kinder ihn inspiriert haben seinen Hit 'Beat It' zu schreiben. „Kinder sind meine größte Inspiration in allem, was ich tue,“ erzählte Michael diesem Autor. „Ich verehre Kinder — bin verrückt nach ihnen. Ich möchte einen Song schreiben, der Typ von Rocksong, den auch ich kaufen würde …. Ich möchte, dass diese Kinder es wirklich genießen, sowohl die Schulkinder, als auch die Jugendlichen, die aufs College gehen,“ sagte der sensible Songschreiber, dessen zwei Lieblingsmusikstücke Tchaikovskys ‘Nussknacker Suite’ und ‘Peter und der Wolf’ sind.

Er sprach von dem Lied ‘Be Not Always’, welches er mit Hilfe seines Bruders Marlon schrieb. In dem einfühlsamen, sentimentalen Song, der auf dem ‘Victory’ Album der Jacksons veröffentlicht wurde, appelliert Michael gefühlvoll an die Änderung unserer Welt, in der „Mütter weinen und Babys hilflos in ihren Armen sterben …“ Er fügt hinzu, dass seine Brüder genauso fühlen — „nicht nur ich.“
In Erinnerung, dass der jüngst verstorbene Superstar Josephine Baker, eine Entertainerin, die er bewunderte, eine Menge Kinder unterschiedlicher Nationen adoptiert hatte, strahlte Michael über das ganze Gesicht und sprach mit Zuversicht:

„Ich möchte selbst Kinder haben, aber ich wünsche mir auch Kinder so vieler verschiedener Rassen wie möglich adoptieren zu können. Das ist der Gedanke, den ich verfolge. Ich liebe Kinder. Wie Emmanuel Lewis (ein kleiner, 12 Jahre alter Star der TV Webster-Serien), er ist eine wahre Inspiration.“

Dennoch inspiriert der stolze Künstler mehr als nur seine Fans und seine Familie. Er sprach kurz darüber, nachdem Zeitungsberichte in Umlauf brachten, dass er durch den Erfolg seines Albums 'Thriller' und die zunehmende Anzahl von Musikauszeichnungen, die auch den EBONY’s ‘American Black Achievement Award’ beinhalten, verwöhnt wurde.

„Da ich eine Menge Rekorde mit dem Album 'Off the Wall' gebrochen habe und ich die längste Zeit der Leadsänger war und jetzt mit 'Thriller' Erfolg habe, welches das bestverkaufte Album aller Zeiten ist, habe ich trotzdem nicht vor die Band zu verlassen“, dementierte er das Gerücht, das besagte, dass er die Jacksons nach der Tournee verlassen möchte. „Sie sind meine Brüder [Jackie, Jermaine, Tito, Marlon und Randy] und ich liebe sie alle von ganzem Herzen und ich denke die Medien fangen an nach etwas zu suchen um Zeitungen zu verkaufen. Sie greifen sich verschiedene Informationen und verdrehen sie.“

Michael sagte zu Beginn der Tour: „Ich tue es für die Freude des Tourens und die Familie als Ganzes und für die Kinder da draußen, die die Tonträger gekauft haben. Ich bin süchtig nach der Bühne. Ich muss einfach auf der Bühne sein. Während eines Interviews in seinem kalifornischem Zuhause, wo er noch immer mit seinen Eltern und seiner Schwester LaToya wohnt, sagte Michael: „Ich möchte, dass du folgendes zitierst: Meine hauptsächliche Liebe für das, was ich tue liegt bei den Bewunderern. Ich liebe die Fans. Wenn ich zum Beispiel eine Show absolviere und die Fans da draußen tanzen und schreien sehe, sie ganz aufgeregt sind und wir ihnen diese Freude bringen, dann ist es das, was ich am meisten liebe. Und es ist einfach das großartigste Gefühl in der Welt. Du bist da oben und du gibst ihnen die Energie und die Liebe und sie geben dir alles wieder zurück. Das ist großartig. Und das ist meine größte Liebe, die Bühne und die Bewunderer glücklich zu machen.“

Im Laufe des Interviews sprach Michael über viele Themen, die Dinge über ihn zum Vorschein brachten, die in dem Mediensturm der Gerüchte völlig übersehen wurden. Hier sind einige seiner Ansichten:

Ebony: Du musst mit sehr viel Stress und Druck des Entertainment-Geschäfts fertig werden. Die Menschen verlangen alles Mögliche von dir und Angebote kommen von allen Seiten. Wie kommst du mit diesem Stress und dem Druck zurecht?

Michael: Ich gehe damit in einer besonderen Weise um und ich möchte mich nicht Jesus nennen, denn ich würde mich selbst niemals auf demselben Level einordnen, aber ich vergleiche es mit Jesus, denn was er von Gott erhielt, hatte einen Grund und so predigte er und Menschen kamen zu ihm und er wurde nicht wütend oder stieß sie zur Seite und sagte ‘Lasst mich in Ruhe, ich habe keine Zeit.’

Ebony: Aber du musst doch auf Fans stoßen, die dich unter Druck setzen und dich provozieren.

Michael: Ich werde manchmal wütend, denn da gibt es jene, die mit dem schlechtesten Verhalten zu dir kommen und zu dir sagen: ‘Setz dich hin und unterschreib das Papier für meinen Schatz.’ Sie werfen es dir hin. Ich frage: ‘Hast du einen Stift?’ ‘Du hast keinen Stift? Nun, dann geh und besorg dir einen.’ So etwas sagen sie tatsächlich zu mir … ich bin verwundert über einige dieser Leute. Sie denken, sie besitzen dich und sie sagen zu dir: ‘Hör zu, ich habe dich zu dem gemacht, was du bist.’ Ich sage: ‘Einen Moment. Du hast das Album nicht nur gekauft um mir zu helfen, sondern weil du es mochtest.’

Ebony: Du wirst als ein Vorbild angesehen. Einmal bist du in der öffentlichen Bibliothek von Chicago erschienen um junge Leute und Erwachsene zum Lesen zu ermuntern und ein Lesezeichen-Souvenir mit einem Zitat von dir wurde verteilt. Genießt du es immer noch zu lesen?

Michael: Ich liebe es zu lesen. Ich wünschte ich könnte mehr Leuten empfehlen zu lesen. Es existiert da eine ganz andere Welt in Büchern. Wenn du dir es nicht leisten kannst zu reisen, dann reist du mental durch das Lesen. Wenn du liest kannst du alles sehen und jeden Ort besuchen, den du willst.

Ebony: Hattest du die Möglichkeit etwas zu lesen, dass sich mit den Erfahrungen der Schwarzen oder der Geschichte der Schwarzen befasst?

Michael: Oh, ja! Ich bin wirklich dankbar dafür, was Mr. [John H.] Johnson durch die Veröffentlichung von Büchern durch die ‘Johnson’s Publications’ getan hat … Ich denke es ist wichtig zu zeigen, dass wir für die Welt viele verschiedene Beiträge geleistet haben und leisten. Das denken nämlich die meisten — dass wir es nicht getan haben.

Ebony: Wie hältst du dich auf dem Laufenden darüber, wie die schwarze Bevölkerung zurzeit handelt, was sie sagt und denkt?
Und welche der Menschen, außerhalb deiner Familie und deinem engsten Bekanntenkreis haben dein Denken beeinflusst?

Michael: Ich liebe die Art und Weise, wie [John H.] Johnson seine Organisation führt. Es scheint, als wäre jeder wirklich nett. Ich bin mir zwar sicher, dass es in einigen Dingen Auseinandersetzungen gibt, aber alle sind sehr nett … und sie haben solch einen Einfluss auf die jungen Leute. JET und EBONY sind maßgebend für das Leben der Menschen. Ich meine sie bekommen ihre Informationen von diesen beiden Magazinen und genauso auch junge Kinder. Ich frage: ‘Wo hast du das gelesen?’ ‘Ich habe es in JET gelesen.’ Und sie sind darüber auf dem Laufenden, was in EBONY und JET passiert. Ich denke, das ist wunderbar … Gott, ich verehre Menschen wie Johnson oder [Walt] Disney. Ich denke, sie sind phänomenal.

Ebony: Du redest von dem Einfluss von Büchern und Menschen auf dein Leben. Welche Rolle spielt das Reisen für die Entwicklung deiner Einstellungen und deiner Lebensauffassung?

Michael: Ich denke, bevor man heiratet, sollte man in der Welt umhergereist sein, falls das möglich ist. Es ist die wohl unglaublichste Erziehung, die ich je bekommen habe. Ich finde es phänomenal. Ich meine, einfach nur die verschiedenen Kulturen der Menschen zu erleben, die verschiedenen Gesichter, mit den Leuten zu reden und einfach lernen und zu sehen … als ich reiste, war ich beeindruckt. Als wir das erste Mal in die Schweiz kamen, fing ich fast an zu weinen. Das tat ich wirklich.

Ebony: Was hat dich an dieser Reise so berührt, dass es diese emotionale Wirkung hervorbrachte?

Michael: Die Schönheit. Es ist wie, oh, Gott, es ist ein Aufschrei in den Himmel. Es ist ein unglaubliches Land und es inspiriert mich diese Dinge zu sehen — die Berge. Die Bilder werden der Schweiz nicht gerecht. Dann sind da noch die Niederlande und Frankreich. Oh Mann, sie sind genauso unglaublich!

Ebony: Offensichtlich bist du, wenn du reist, mehr als nur ein Tourist, sondern ein Beobachter.

Michael: Nun, viele Menschen bleiben nur in der Stadt, wenn sie reisen. Sie sollten jedoch aus der Stadt herausfahren und das wahrhaftige Land sehen. Wo immer du auch hingehst, künstliche Dinge sind künstlich, aber du solltest rausgehen und Gottes Schönheit betrachten.

Ebony: Welche Länder haben dich in deinen Reisen am meisten beeindruckt?

Michael: Ich hebe schwörend meine Hand und ich sage folgendes. Ich habe immer gedacht, dass die Schwarzen, besonders was die Kunst betrifft, ein talentiertes Volk sind. Aber als ich nach Afrika kam, war ich davon noch viel mehr überzeugt. Sie haben da drüben einige unglaubliche Sachen zu Stande gebracht. [Westafrikanische Länder, Senegal eingeschlossen]. Wir besuchten einen Platz in den flachen Gegenden, wo all diese Afrikaner ihr Kunsthandwerk und alles andere verkauften. Ich ging zu dieser Hütte, wo dieser Kerl diese unglaublichen Skulpturen herstellte … er nahm ein Stück Holz und einen beilartigen Gegenstand und fing an es zu zerschneiden und ich saß einfach nur verblüfft da. Er schnitzte ein riesiges Gesicht, tauchte es in etwas Wasser, trocknete es und gab es mir schließlich und ich hab dafür bezahlt.

Ebony: Du scheinst beeindruckt von der afrikanischen Kunst zu sein, aber was ist mit der afrikanischen Musik und dem afrikanischen Tanz?

Michael: Als wir das Flugzeug in Afrika verließen [Dakar, Senegal], wurden wir von einer langen Reihe afrikanischer Tänzer begrüßt. Ihre Trommeln und ihre Geräusche füllten die Luft mit Rhythmus. Ich wurde ganz verrückt, ich schrie. Ich sagte: ‘Ganz Genau!’ Sie haben den Beat und den Rhythmus … das Ganze machte mich einfach unheimlich froh. ‘Das ist es’, sagte ich. ‘Das ist meine Herkunft. Das ist der Ursprung.’

Ebony: Du warst anscheinend sehr von deinen musikalischen Wurzeln beeindruckt. Woher, denkst du, rührt der musikalische Einfluss der Afrikaner?

Michael: Musik begann mit der Natur. Musik ist Natur. Vögel machen Musik. Ozeane machen Musik. Der Wind macht Musik. Jedes natürliche Geräusch ist Musik. Und dort hat alles angefangen … du siehst, wir gestalten einfach eine Kopie der Natur, die aus den Klängen besteht, die wir draußen hören.

Ebony: Haben deine Reisen dein Denken bezüglich der Menschen und der unterschiedlichen Rassen beeinflusst?

Michael: Am meisten hasse ich die Ignoranz, sowie die Probleme mit Vorurteilen in Amerika. Ich weiß, dass es in manch anderen Ländern noch schlimmer ist. Doch ich wünschte, ich könnte mir die wahre Liebe von farbenblinden Menschen, wie in Venezuela oder Trinidad, ausleihen und nach Amerika bringen …

Ebony: Deine Äußerungen sind sehr gefühlsintensiv. Bitte mach weiter und lass dich nicht stören.

Michael: Ich bin Ignoranz gegenüber voreingenommen. Dagegen bin ich hauptsächlich voreingenommen. Es ist nur die Ignoranz und ihre Gedanken, denn sie ist keineswegs genetisch veranlagt. Die kleinen Kinder in diesen Ländern sind nicht voreingenommen. Ich möchte, dass du auch dies zitierst: Ich bin wirklich keine Person mit Vorurteilen. Ich glaube, dass die Menschen mehr über Gott und die Schöpfung nachdenken sollten … Schau dir die vielen Wunder im menschlichen Körper an — die verschiedenen Farben der Organe oder die Farben des Bluts — all diese verschiedenen Farben dienen einer bestimmten Funktion innerhalb des menschlichen Organismus. Es ist das unglaublichste System in der Welt und es fabriziert ein unglaubliches Gebilde, den Menschen. Und wenn das mit einem menschlichen Körper passieren kann, warum können wir dann nicht das gleiche als Menschen tun? Und so fühle ich und deshalb wünschte ich, dass die Welt mehr tun könnte. Das ist die einzige Tatsache, die ich hasse. Ich hasse sie wirklich.

Ebony: Was du gerade gesagt hast ist nicht nur besonders mitfühlend, sondern auch sehr überzeugend. Wie teilst du solche Gefühle mit, seitdem deine Ansichten nicht mehr in öffentlichen Foren zum Ausdruck gebracht werden?

Michael: Ich versuche zu schreiben, sie in einem Lied zu verarbeiten. In einen Tanz einzubringen. Sie in meine Kunst einfließen zu lassen um die Welt zu lehren. Wenn es Politiker nicht tun können, möchte ich es tun. Wir müssen es tun. Maler machen es in ihren Bildern, Poeten verarbeiten es in Gedichten und Romanen. Das ist unsere Aufgabe. Und ich denke es ist so wichtig die Welt zu schützen.

Ebony: Stevie Wonder teilt anscheinend dieselben Gefühle, beachtet man einige seiner musikalischen Aussagen.

Michael: Das ist der Grund, warum ich Stevie Wonders bestverkauftes Album mit dem Titel ‘Songs In The Key Of Life’ so liebe. Er hat einen Song auf dem Album, der ‘Black Man’ heißt … ich bin einfach nur in die Luft gesprungen und schrie, als ich die Aufnahme hörte, denn er zeigt der Welt, was der schwarze Mann geleistet hat und was andere Rassen getan haben und er brachte es in ein wunderbares Gleichgewicht, da er darauf eingegangen ist, was andere Rassen dazu beigetragen haben. Dann kam er wieder auf den schwarzen Mann zurück und was er getan hat. Anstatt einen anderen Titel zu wählen, nannte er es einfach ‘Black Man’. Das liebe ich daran … und das ist der beste Weg die Wahrheit herbeizuführen, durch dieses Lied. Und genau das liebe ich.

Ebony: Du scheinst keinerlei Einwände gegenüber Botschaften in der Musik zu haben, so lange sie positiv sind. Deine Musik, im Gegensatz zu einigen anderen Künstlern, bleibt befreit von Aussagen, die Drogen verherrlichen. Aber Drogen sind in der Realität existent. Wie ist deine Ansicht dazu?

Michael: In dem Bereich, in dem ich arbeite, gibt es davon eine Menge und es wird mir immer wieder angeboten. Die Leute gehen sogar soweit, dass … sie stecken es einem einfach in die Taschen und laufen weiter. Nun, wenn es etwas Gutes wäre, dann würden sie es wohl kaum tun … Ich meine würde jemand etwas wunderschönes in deine Taschen stecken und einfach weitergehen? Aber ich möchte mit nichts davon etwas zu tun haben. Ich meine, so abgedroschen sich das auch anhören mag, aber daran glaube ich wirklich: Natürliche Höhenflüge sind die besten Höhenflüge in der Welt … wer möchte denn etwas davon nehmen und nur für den Rest des Tages herumsitzen, nachdem man diese Drogen genommen hat und man nicht mehr weiß, wer man ist, was man tut und wo man ist? Nimm lieber etwas, was dich dazu inspiriert größere Dinge in der Welt zu tun.

Ebony: Verbindest du Gott oder die Religion mit diesem Prozess des natürlichen Höhenflugs?

Michael: Oh, ja, Gott, wirklich. Ich glaube an die Bibel und versuche nach ihren Vorgaben zu leben. Ich weiß ich bin eine unvollkommene Person … ich mache aus mir keinen Engel, denn ich bin weder ein Engel noch ein Teufel. Ich versuche, soweit ich es kann, der Beste zu sein und versuche das zu machen, von dem ich denke, dass es richtig ist. So einfach ist das. Und ich glaube an Gott.

Ebony: Spielen Gebete oder das Beten eine Rolle in deinem Leben?

Michael: Ich bete jede Nacht, aber ich bete nicht nur nachts. Ich bete zu verschiedenen Zeiten des Tages. Wenn ich etwas Wunderbares sehe, wann immer ich eine wunderschöne Landschaft sehe — wenn ich beispielsweise fliege oder ähnliches — Ich sage, oh Gott, das ist zauberhaft. Und ich spreche immer wieder solche kleine Gebete im Laufe des Tages. Ich liebe die Schönheit.

Ebony: Weil du gerade von Schönheit sprichst, du wurdest in der Öffentlichkeit mit vielen zauberhaften Menschen in Verbindung gebracht, einschließlich deiner Schwestern, LaToya, Rebbie und Janet, aber auch Diana Ross, Tatum O’Neal und Brooke Shields. Du wurdest mit den letzten beiden in einen romantischen Zusammenhang gebracht. Jemand sagte, du und Tatum hättet viele Gemeinsamkeiten: Die Eltern von euch beiden sind sehr fürsorglich — sie ist ein Papakind [Ryan O’Neal] und du bist ein Muttersöhnchen. [Katherine Jackson]

Michael: Ich möchte, dass alle Leute, die EBONY und JET lesen, nur wissen, dass wir hauptsächlich gute Freunde sind. Das ist die Hauptsache. Ich denke für Männer sind Frauen die besten Freunde und für Frauen sind Männer die besten Freunde.

Ebony: Wie ist deine Beziehung zu Brooke? Wann habt ihr euch kennen gelernt und wie hat sich die Beziehung entwickelt?

Michael: Wir trafen uns bei den ‘Academy Awards’. Sie fragte mich, ob ich tanzen wolle, denn ich beabsichtigte nicht sie zu fragen. Du weißt doch, ich bin ziemlich schüchtern und verlegen. Also sagte sie: ‘Ich werde heute Abend mit dir tanzen.’ Ich sagte: ‘Großartig!’ So gingen wir gemeinsam auf die Tanzfläche und tanzten. Sie spielten die altmodische Benny Goodman, Tommy Dorsey Musik, die nicht besonders viel Groove hatte. Zuerst waren da überall diese glatzköpfigen älteren Menschen auf der Tanzfläche, die langsam zu dem Lawrence Welk Sound tanzten. Wir konnten einfach nicht so viel mit der Musik anfangen, also begannen wir miteinander zu reden und uns gegenseitig kennen zu lernen. Wir tauschten Nummern, telefonierten hin und her und wurden wirklich gute Freunde.

Ebony: Bedeutet das, dass Brooke Tatum als besondere Freundin ersetzt?


 

Michael: Tatum ruft mich die ganze Zeit an und ich hoffe sie liest dieses Interview, denn es tut mir so leid, dass ich nicht all ihrer Anrufe erhalte. Aber sie ist dennoch eine wundervolle Freundin für mich.

Ebony: Sowohl Tatum, als auch Brooke sind ausgezeichnete Schauspielerinnen. Du hast ebenfalls in ‘The Wiz’ gespielt. Wirst du in Zukunft auch in Filmen zu sehen sein?

Michael: Ich bin sehr gespannt auf all die Dinge, die ich noch vorhabe und die ich in Zukunft tun werde, auch was Filme betrifft. Ich kann es wirklich kaum erwarten … seit ‘The Wiz’ wurden mir unglaubliche Angebote gemacht, verschiedenes Material, das noch in Arbeit ist.

Ebony: Du sagtest einmal, dass du bei der nächsten Rollenauswahl vorsichtiger sein willst, damit du nicht noch einmal auf eine bestimmte Rolle festgelegt wirst. Du sagtest, dass seit ‘The Wiz’ dich immer noch Leute Vogelscheuche nennen, weil du diese Charakterrolle gespielt hast.

Michael: Egal welche Rolle du spielst, die Menschen verbinden sie mit deiner Persönlichkeit. Aber das ist Schauspielen. Man porträtiert eine andere Person. Ich wünschte es würde nicht Schauspielen genannt werden, denn ich mag ‘Schauspieler’ nicht besonders. Ich meine damit das Wort Schauspielen.

Ebony: Bitte erläutere es näher.

Michael: Ich denke nicht, dass Schauspielen ‘Schauspielen’ sein sollte. Wenn du spielst, dann imitierst du die Realität. Man sollte Realität kreieren. Es sollte ‘Glauben’ genannt werden. Ich meine, ich war schon immer dagegen, wenn ich über das Schauspielen nachgedacht habe. Ich möchte keinen Schauspieler sehen. Ich möchte einen Glaubenden sehen. Ich möchte niemanden sehen, der die Wahrheit imitiert. Denn es ist nicht wahr. Ich möchte eine Person sehen, die die Wahrheit glaubt … dann erst bewegt man das Publikum.

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Ebony: Welche Art von Fragen möchtest du gerne gefragt werden, aber keiner stellt sie dir?
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Michael: Das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich über Kinder oder das Schreiben, oder worüber ich schon gesprochen habe. Man erschafft keine bessere und verständnisvollere Welt, wenn Leute die falschen Dinge in ihren Texten verarbeiten und falsche Ansichten auf der Bühne präsentieren und so etwas. Es ist so wichtig und ich denke, dass Kunst so viele Leute leiten kann, denn ein Künstler kann in seiner Karriere so weit aufsteigen, dass das, was er tut und denkt die ganze Welt verändern kann. Einem Künstler hören sie viel eher zu als einem Präsidenten oder einem anderen Politiker. Man muss vorsichtig sein. Künstler können die Lebensweise von Leuten ändern in der Art und Weise, wie sie etwas sagen und tun. Darum ist es so wichtig Empfindungen voller Liebe zu geben und darum liebe ich, was ich tue. Als Marvin Gaye das Album ‘Whats Going On’ veröffentlichte, wurden viele Schwarze und genauso auch die Weißen, aber hauptsächlich die schwarze Bevölkerung gebildet. ‘Wach auf! Was geht hier vor? Wach auf!’  Ich meine diejenigen, die keine Nachrichten schauen und keine Zeitungen lesen um in den Tiefen der Menschlichkeit zu graben. Was geht hier vor? Wach auf!

Ebony: Es gab einige Kampagnen gegen so genannte Schmuddeltext-Songs von einigen bekannten Musikgruppen. Möchtest du dich zu solchen Gruppen und ihren Texten äußern?

Michael: Manchmal gehen sie zu weit. Sie überlassen nichts mehr der Vorstellungskraft. Wenn ich einfach nackt auf die Bühne gehen würde, wäre da keine Phantasie mehr. Ich möchte ihnen nicht die Vorstellung gewähren, wie ich ohne Sachen aussehen würde. Doch, wie du siehst, übertreiben sie es … wir müssen den Menschen etwas für die Phantasie lassen. Die Leute gehen manchmal einfach zu weit. Ich denke es ist wichtig ein gutes Beispiel abzugeben, denn es gibt so viele Kinder, die zu uns aufschauen.


Nachdem das erfolgreichste Jahr seiner Entertainment-Karriere dem Ende entgegen kommt und seine Talente ihm halfen über 100 Millionen Dollar einzunehmen, ist Michael noch nicht zufrieden genug um sich auf seinen Lorbeeren und seiner Beute auszuruhen. Er schaut einer Zukunft entgegen, die von zwei Äußerungen gelenkt wird, welche er bereits beide ausübte: „Ich bin daran interessiert einen neuen Weg vorzugeben anstatt einer alten Spur zu folgen und das ist es, was ich im Leben tun möchte — in all meinen Handlungen.“ Erzählte uns Michael in einem Interview am 13. Juli 1979.

Die andere Bemerkung äußerte er in seiner Rolle als Vogelscheuche in ‘The Wiz’, einem Film indem auch eine seiner engsten Freundinnen mitspielte, Diana Ross.

In einer Szene am Ende des Films sprach Michael folgende Worte innerhalb seines Vogelscheuchencharakters: „Erfolg, Ruhm, Reichtum — das sind alles Illusionen. Das einzige was wichtig ist, ist die Freundschaft, die man füreinander fühlt.“

Das sind die Gedanken des Michael Jackson, den keiner kennt.

 

 

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